Djokovic mit klarem Erstrunden-Sieg bei US Open

Der Tennis-Weltranglistenerste Novak Djokovic hat seinen Siegeszug auch in der ersten Runde der US Open fortgesetzt. Der heuer ungeschlagene Serbe landete mit einem 6:1,6:4,6:1-Erfolg gegen den Bosnier Damir Dzumhur seinen 2020 bereits 24. Sieg. Seinen Jubiläumssieg im Corona-Jahr strebt der 33-Jährige am Mittwoch gegen den Briten Kyle Edmund an. Djokovic spielt um seinen vierten US-Open-Titel.

„Ich hatte viel Selbstvertrauen nach der vergangenen Woche“, sagte Djokovic mit Mund-Nasen-Schutz im Siegerinterview im fast leeren Arthur-Ashe-Stadium. Lediglich im zweiten Durchgang habe er ein wenig seinen Fokus verloren. Dzumhur konnte diese Phase aber nicht für sich nutzen, der 28-Jährige fabrizierte das Match über 41 unerzwungene Fehler sowie acht Doppelfehler. So erhöhte Djokovic im Head-to-Head problemlos auf 3:0.

Seine Nackenprobleme hat die Nummer eins des Turniers mittlerweile in den Griff bekommen. „Ich fühle mich gut, hatte 48 Stunden zur Erholung.“ Am Samstag hatte er beim von Cincinnati nach New York verlegten Masters-1000-Turnier den Titel geholt. Nicht nur deshalb ist er in dieser und der nächsten Woche darauf favorisiert, seine 18. Grand-Slam-Trophäe zu holen. Die diesmal in New York abwesenden Roger Federer (SUI) und Rafael Nadal (ESP) halten bei 20 bzw. 19 Major-Titeln.

Noch souveräner als Djokovic entledigte sich Stefanos Tsitsipas seiner ersten Aufgabe, der als Nummer vier gesetzte Grieche besiegte den Spanier Albert Ramos-Vinolas 6:2,6:1,6:1. Der Deutsche Alexander Zverev (Nr. 5) überwand immerhin den 2017-Finalisten Kevin Anderson (RSA) 7:6(2),5:7,6:3,7:5, der Belgier David Goffin hingegen benötigte gegen den US-Amerikaner Reilly Opelka fünf Durchgänge. Erstes Top-Ten-Opfer bei den Herren ist der Argentinier Diego Schwartzman (9).

Während Goffin davon sprach, dass ein US-Open-Match gegen Opelka ohne Zuschauer ein Vorteil für ihn sei, war die Ausgangslage beim US-Duell Steve Johnson gegen John Isner neutral. Der ungesetzte Johnson setzte sich schließlich gegen die Nummer 16 mit 6:7(5),6:3,6:7(5),6:3,7:6(3) durch. Dabei hatte es Isner in diesem Match auf 52 Asse gebracht. Das ist der Höchstwert in Flushing Meadows seit 2016, als der Kroate Ivo Karlovic in einer Partie 61 Asse ins Feld gesetzt hatte.

Bei den Damen ist die 16-jährige Cori Gauff gegen die Lettin Anastasija Sevastova (31) in drei Sätzen bereits ausgeschieden. Der als zukünftiger Superstar gehandelte US-Teenager hatte bei den vergangenen drei Grand-Slam-Events jeweils 15-jährig für Furore gesorgt. Gauff war in Wimbledon und bei den Australian Open ins Achtelfinale sowie bei den US Open in die dritte Runde eingezogen. Nun kam für sie erstmals bei einem Major vor einer dritten Runde das Aus.

Co-Favoritin Naomi Osaka benötigte mit einem 6:2,5:7,6:2 einige Zeit, um im japanischen Duell mit Misaki Doi in die zweite Runde einzuziehen. Die US-Open-Siegerin von 2018 hatte am Samstag das „Cincinnati“-Finale wegen einer Achillessehnenverletzung w.o. geben müssen, die Blessur behinderte sie aber nun nicht mehr. Osaka hat vor und nach dem Match mit dem Schriftzug „Breonna Taylor“ auf ihrer Maske ein politisches Statement abgegeben. Die Afroamerikanerin war von der Polizei erschossen worden.

Es ist eine von sieben mit einem Namen beschriftete Maske, jede zu Ehren einer anderen Person, die Opfer von Polizeigewalt wurde. Sieben Siege braucht man, um die Grand-Slam-Trophäe zu gewinnen. Osaka hofft soweit zu kommen, um so in New York mit jeder Maske das Bewusstsein für „Rassenungerechtigkeit“ zu schärfen. „Es ist ziemlich traurig, dass sieben Masken nicht genug sind für die Anzahl der Namen. Also hoffe ich, dass ich ins Finale komme, damit sie alle sehen können“, sagte Osaka.


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