Bob-Transfer für die Mission Gold bei den Olympischen Spielen in Peking

Bob-Pilot Benjamin Maier träumt von Olympia-Gold 2022 in Peking. Dafür will er die besten heimischen Anschieber in seiner Mannschaft haben und „bediente“ sich beim ÖBSV-Teamkollegen Markus Treichl.

Benjamin Maier, Kristian Huber und Markus Sammer beim Training in Berchtesgaden.
© Instagram/Maier

Von Günter Almberger

Innsbruck – Findet sie statt? Und wenn ja, in welcher Form? Hinter der kommenden Bob-Weltcup-Saison stehen Corona-bedingt noch viele Fragezeichen. Spätestens in 14 Tagen soll beim Internationalen Verband IBSF (vorerst) Klarheit herrschen. Dann dürfte auch die WM-Frage geklärt sein. Die Titelkämpfe sind derzeit noch für Anfang Februar 2021 in Lak­e Placid (USA) terminisiert. Die aktuellen US-Einreisebeschränkungen lassen die Weltmeisterschaft jedoch ordentlich wackeln.

Trotz aller Ungewissheit haben Österreichs Bob-Herren um die beiden Piloten Benjamin Maier und Markus Treichl den Fokus voll auf das Sommer-Training gerichtet. „Es bringt nichts, wenn wir uns zu viele Gedanken machen. Wir trainieren so, als ob die Saison wie geplant stattfindet“, betont Maier. Der Rumer ist nach einem sechswöchigen Kanada-Aufenthalt (Training und Urlaub in der Heimat seiner Frau Elisabeth) wieder zurück in Europa und bestreitet aktuell zusammen mit seinen Anschiebern einen Vorbereitungskurs in Berchtesgaden. Dabei tritt die Mannschaft nicht mehr als „Bobteam Maier“, sondern als „Austrian Avalanche“ auf. „Wir wollten einen Namen haben, mit dem sich das ganz­e Team identifizieren konnte. Es sollte nicht mehr das Team VON Benjamin Maier sein. Jeder in der Truppe hat sich zehn Vorschläge ausgedacht, nach langen und intensiven Gesprächen haben wird uns auf diese neue Mark­e geeinigt“, erklärt Maier.

"Training" im Grünen: Markus Treichl und Sebastian Mitterer.
© ÖBSV

Neu im Bob „Austrian Avalanche“ sitzt Kristian Huber, der in der vergangenen Saison noch im Team von Treichl angeschoben hat. Ein Österreich-interner Transfer, den Maier gezielt getätigt hat. „Mein Ziel ist es, bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking Gold zu gewinnen. Dafür habe ich einen Masterplan erstellt. Das fängt mit dem richtigen Training bzw. Betreuern an, dann der Faktor Material, bis hin zu den besten Athleten in unserem Team. Wir wollten Huber in unserem Bob haben, da er sich im letzten Winter stark präsentierte“, weiß der Olympia-Siebente von Pyeong­chang genau, was er will. Der Wechsel ging aber nicht ganz ohne kleinere Nebengeräusche über die Bühne. Für Maier verständlich, dass ein „gewisser Unmut“ im zweiten heimischen Team vorhanden war. Inzwischen ist aber alles ausgeräumt. Auch für Treichl ist das Thema abgehakt. „Wir sind eine kleine Bob-Nation. Da sollte man sich gegenseitig helfen. Obwohl wir natürlich immer auf der Suche nach Anschiebern sind, haben wir auch ohne Huber aktuell genügend starke Jungs im Team“, meint der Sistranser, der nach einem Winter voller körperlicher Schmerzen wieder im Angriffsmodus ist. „Durch ein Knochenmarksödem am Schambein hatte ich lange Probleme mit der Hüfte. Jetzt bin ich wieder fit“, so Treichl. Auch er glaubt wie Maier, dass Rennen in dieser Saison „irgendwie“ stattfinden werden: „Das Team spielt gut zusammen, wir wären bereit!“


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