Begegnungszone rund um Innsbrucker Boznerplatz geht in Probebetrieb

Am Bozner Platz, in der nördlichen Wilhelm-Greil-Straße, der Meraner und Erlerstraße gilt bald testweise Tempo 20. Doch die Koalition streitet auch hier.

Zum Start der „Europäischen Mobilitätswoche“ werden der Bozner Platz, die nördliche Wilhelm-Greil-Straße, die Meraner Straße und die Erlerstraße zu Begegnungszonen
© Böhm Thomas

Innsbruck –Für viele Verkehrsteilnehmer wird das eine deutliche Umstellung: Ab Mitte September wird in Innsbruck – in Form einer Probephase – eine Begegnungszone „Innere Stadt“ eingerichtet. Pünktlich zum Start der „Europäischen Mobilitätswoche“ (16. bis 22. September) werden der Bozner Platz, die nördliche Wilhelm-Greil-Straße, die Meraner Straße und die Erlerstraße zu Begegnungszonen: Dort gilt dann Höchsttempo 20 und die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer.

Für die Probephase sind Markierungsarbeiten nötig: Dabei werden vor allem am Bozner Platz bestehende Verkehrsleitanlagen durch neue ersetzt, Piktogramme auf der Straße angebracht und Mittel­inseln zur sicheren Querung optisch eingerichtet.

Am 8. Oktober soll dann der Gemeinderat über eine Verlängerung der Probephas­e oder eine dauerhafte Verordnung – bis zur baulichen Mani­festierung im Rahmen der Neugestaltung des Bozner Platzes – entscheiden.

Auch wieder Konflikte in der Koalition

Zentrales Ziel sei es, „die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Straßenraum zu erhöhen“, erklärt Vize-BM Uschi Schwarzl (Grüne). Die Drosselung auf 20 km/h und optische Raum-Einengungen würden dazu führen, dass Fußgänger „an jeder Stelle und zu jeder Zeit die Fahrbahn queren können“. Durch ein begleitendes Monitoring der Verkehrsplanung erhalte der Gemeinderat eine weitere Entscheidungshilfe. Und die städtischen Ämter würden wertvolle Erfahrungen gewinnen, was die Beurteilung der Wettbewerbsergebnisse für die Bozner-Platz-Neugestaltung angehe.

Doch wie in so vielen anderen Fragen tun sich auch rund um die Probe-Begegnungszone schon wieder Konflikte in der Koalition auf: Man habe davon erst durch eine Aussendung des städtischen Medienservices erfahren, ärgert sich Verkehrsausschuss-Obfrau GR Mariella Lutz (ÖVP), die Details seien koalitionsintern „nie besprochen“ worden.

„Husch-Pfusch-Lösung“

Die ÖVP sei grundsätzlich klar für die Begegnungszon­e am Bozner Platz. Doch Lutz ortet ein „verkehrstechnisches No-Go“: Durch die provisorische Mittelinsel würden die drei Fahrbahnen im nördlichen Teil des Platzes auf eine Fahrbahn verengt, die sich Individualverkehr und Öffis teilen müssten. Nachdem die Bushaltestelle Bozner Platz mindestens 12-mal pro Stunde von diversen Linien angefahren werde, entstünden so „unzumutbare Staubildung“ und „unnötige Abgasbelastung“. Vor allem aber werde die Zufahrt zu den drei zentralen Tiefgaragen über die Wilhelm-Greil-­Straße „massiv behindert“.

Ob der Gemeinderat dem Regelbetrieb für die Begegnungszone zustimmen werde, stehe angesichts dieser „Husch-Pfusch-Lösung“ in den Sternen, sagt Lutz.

Fast wortgleich kritisiert auch WK-Präsident Christoph Walser (ÖVP) die „Schnell- aktion“, die nur darauf abziele, den Verkehr aus der Stadt zu „verbannen“. (TT)


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