Staatsoperndirektor Bogdan Roščić: Empfehlung gegen Buhs und Bravos

In der kommenden Woche startet die erste Spielzeit des neuen Staatsoperndirektors Bogdan Roščić. Corona-bedingt mit einem speziellen Sicherheitskonzept.

Roščić geht seine erste Staatsopernsaison an.
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Wien – In der kommenden Woche startet die erste Spielzeit des neuen Staatsoperndirektors Bogdan Roščić. Corona-bedingt mit einem speziellen Sicherheitskonzept: Die 567 Stehplätze wurden durch 181 Stühle ersetzt. Die übrigen Plätze werden nach dem Prinzip des „dynamischen“ Saalplans besetzt, erklärt Roščić. Im schlimmsten Fall können so an einem Abend 950, im besten Fall 1200 Gäste im Haus sein. Abseits des Platzes herrscht Maskenpflicht.

Empfohlen wird der Mund-Nasen-Schutz aber im ganzen Haus, auch während der Vorstellung. Von Bravo-Rufen am Ende der Vorstellung sei ebenso abzusehen, meinte der Staatsopernleiter. Die Empfehlung gelte auch für Buh-Rufe, „die vom Aerosolausstoß her noch viel dramatischer sind“, so Roščić augenzwinkernd.

All das schlägt sich im Budget nieder

Ein strenges Sicherheitskonzept gibt es auch für die Mitarbeiter. Seit Anfang August wurden über 2000 Tests durchgeführt – alle negativ, betont der Staatsoperndirektor. All das schlägt sich im Budget nieder, wie die ebenfalls neue kaufmännische Geschäftsführerin Petra Buhoslav unterstrich; man geht von einem Verlust von vier Millionen Euro aus – mit eingerechnet, dass der Opernball 2021 stattfinden kann. Gesichert ist das noch nicht.

Von der Pandemie wolle er sich das Programm jedoch nicht diktieren lassen, so Rošˇcić gestern. Die erste Premiere findet am kommenden Montag mit Puccinis „Madama Butterfly“ (in der Deutung von Anthony Minghella mit Asmik Grigorian in der Titelrolle) statt. Tags darauf schließt sich mit der Wiederaufnahme von Harry Kupfers „Elektra“ gleich die nächste an. Zu den weiteren Höhepunkten des ersten Monats gehört außerdem eine Repertoirevorstellung des „Simon Boccanegra“, bei der der zuletzt wegen sexueller Belästigung in Misskredit geratene Publikumsliebling Plácido Domingo zu sehen sein wird. (APA, TT)


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