Im Herbst wird es kuschelig, „und das Virus kuschelt mit“

Keine weiteren Verschärfungen, wohl aber klare Empfehlungen: So will die Bundesregierung vorerst Österreich durch die kältere Jahreszeit führen. Um gut über den Herbst und Winter zu kommen und den Gefahren des gesteigerten Aufenthalts in Innenräumen zu begegnen, appellierte die Regierungsspitze, aufs Abstandhalten und die bekannten Hygienemaßnahmen zu achten und sich und andere vermehrt durch das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes zu schützen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz appellierte im Beisein seiner Ministerkollegen an den Hausverstand.
© APA

Von Michael Sprenger

Wien – Keine weiteren Verschärfungen, wohl aber klare Empfehlungen: So will die Bundesregierung vorerst Österreich durch die kältere Jahreszeit führen. Um gut über den Herbst und Winter zu kommen und den Gefahren des gesteigerten Aufenthalts in Innenräumen zu begegnen, appellierte die Regierungsspitze, aufs Abstandhalten und die bekannten Hygienemaßnahmen zu achten und sich und andere vermehrt durch das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes zu schützen. Bei privaten Zusammenkünften sollten sich nicht mehr als 25 Personen versammeln. Betriebliche Weihnachtsfeiern sollen, wenn überhaupt, nur eingeschränkt stattfinden.

Vor dem nächstwöchigen Schulbeginn steigt jedenfalls die Nervosität. Bildungsminister Faßmann rät den Eltern in einem Brief, genau auf den Gesundheitszustand ihrer Kinder zu achten.

📽️ Video | Keine neuen Corona-Maßnahmen: Stattdessen Empfehlungen

Verschärfungen könnten im Herbst noch kommen

Nachdem Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zuletzt Verschärfungen der Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie in Aussicht gestellt hatten, stieg vor dem Auftritt der Regierungsspitze nach dem Ministerrat die Aufmerksamkeit. Doch vorerst gibt es keine Verschärfungen, nur Empfehlungen.

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Verschärfungen könnten im Herbst noch kommen. Sagt zumindest Kurz: „Wir werden in betroffenen Regionen stärkere rechtsverbindliche Maßnahmen erleben. So viel kann ich Ihnen heute schon garantieren. Alles andere wäre ein Wunder.“ Das Bündel an möglichen Maßnahmen sei bekannt, etwa Beschränkungen in Lokalen.

Wie gesagt – vorerst nur Empfehlungen. Um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen und den Gefahren des gesteigerten Aufenthalts in Innenräumen zu begegnen, appellierte die Regierungsspitze, aufs Abstandhalten und die bekannten Hygienemaßnahmen zu achten und sich und andere durch das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes zu schützen – vor allem dann, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann. Betreffend Familienfeste und private Feiern wurde an den Hausverstand appelliert. Dabei sollten sich nicht mehr als 25 Personen versammeln. Auch Weihnachtsfeiern sollten nur eingeschränkt stattfinden.

Bis dahin bleibt alles wie gehabt

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) betonte, beim herbstlichen Rückzug in Innenräume „kuschelt das Virus mit“. Rudolf Anschober warnte auch vor überheizten Räumen: „23, 24, 25 Grad ist zu viel.“

Für den Sommer 2021 zeigte sich Kurz erneut optimistisch. Angesichts der Fortschritte in der Medikamenten- und Impfstoffentwicklung könnte dieser aller Voraussicht nach wieder ein normaler sein, so der Kanzler.

Zurück zu möglichen Einschränkungen und Herausforderungen für die kommenden Monate. Für Freitag soll es endlich die Präsentation der Corona-Ampel geben. Mit der Inbetriebnahme der Ampel kann es dann, beim Hochschalten in der Farbenskala, zu verschärften Maßnahmen kommen.

Bis dahin bleibt alles wie gehabt. Sogar jener Passus, wonach bei Indoor-Events 5000 Zuschauer zugelassen werden, im Freien 10.000, bleibt unangetastet. Vizekanzler Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne) begründeten dies damit, dass für solche Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich eigene Präventionskonzepte notwendig seien und man sie daher nicht mit privaten Begegnungen vergleichen könne, für die von der Regierung eine Teilnehmeranzahl von bis zu 25 empfohlen wird.

Kogler hob die österreichische Fußball-Bundesliga und die Salzburger Festspiele als positive Beispiele hervor. Sogar von Vorbildern für die ganze Welt sprach der für Sport und Kultur zuständige Vizekanzler. Gleichzeitig mahnte auch der Grünen-Chef, dass es bei einer entsprechenden Ampelschaltung in einer Region wieder zu Verschärfungen kommen könnte.

Es braucht eine Mischung aus beidem

Bestritten wurde vom Vizekanzler wie vom Kanzler, dass die ÖVP auf verbindlichere Regelungen gedrängt habe, die Grünen dagegen verstärkt auf Freiwilligkeit setzen wollten. Es brauche eine Mischung aus beidem, kein Entweder-oder, erklärte Kurz. Neben Hausverstand eben klare Regeln, die auch sanktioniert werden.

Hierzu sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP): Die Polizei stehe bereit, verhängte Maßnahmen zu überwachen. Die Frequenz von solchen Überwachungen solle bundesweit standardisiert werden. Bisher seien 343 Verletzungen von Quarantäne-Vorschriften aufgedeckt worden. Billig sind solche Verstöße nicht. Wer Quarantäne-Auflagen nicht einhalte, könne mit 1450 Euro sanktioniert werden, einer nachweislich infizierten Person drohe darüber hinaus das Strafrecht.


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