Kabul ließ Talibankämpfer für Friedensgespräche frei

In Afghanistan hat die Regierung die umstrittene Freilassung von Talibankämpfern fortgesetzt. Seit Montag seien 200 inhaftierte Taliban freigelassen worden, hieß es am Mittwoch aus Regierungskreisen. Die Freilassung von insgesamt 400 besonders gefährlicher Taliban gilt als wichtigste Forderung der militanten Gruppe vor dem Start der geplanten Friedensverhandlungen, die in Katar beginnen sollen.

Die Taliban bestätigten, dass eine „große Anzahl“ ihrer Kämpfer freikam. „Sobald der Prozess der Gefangenenfreilassung gemäß dem Abkommen abgeschlossen ist, sind wir bereit, unverzüglich mit innerafghanischen Treffen zu beginnen“, teilte die islamistische Gruppe am Mittwochabend mit.

Präsident Ashraf Ghani und Abdullah Abdullah, Vorsitzender des Hohen Rats für Versöhnung, empfingen unterdessen das Verhandlungsteam, das den islamistischen Taliban in der katarischen Hauptstadt Doha gegenübersitzen wird. „Der Wunsch der Menschen in Afghanistan ist, dass in den Friedensverhandlungen eine Reduzierung der Gewalt und ein dauerhafter Waffenstillstand erreicht wird“, sagte Ghani. Ein Sprecher Abdullahs sagte, dass die Delegation am Donnerstag nach Doha fliegen könnte.

Nach einem Beschluss einer traditionellen Ratsversammlung hatte Präsident Ghani vor rund drei Wochen eine Anordnung zur Freilassung der umstrittenen Talibankämpfer unterzeichnet. 80 Taliban wurden danach freigelassen, doch bereits kurz darauf gab es neuen Streit. Frankreich und Australien hatten gefordert, einige Talibankämpfer nicht freizulassen, die für Anschläge auf NATO-Soldaten verantwortlich sein sollen. Auch mutmaßliche Drahtzieher von Anschlägen wie dem auf die Deutsche Botschaft im Jahr 2017 sollen sich unter den Schwerverbrechern befinden.

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Der Gefangenenaustausch war als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche in ein Abkommen aufgenommen worden, das die USA mit den militant-islamistischen Taliban am 29. Februar in Doha unterzeichnet hatten. Die afghanische Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt, weil die Taliban damals direkte Gespräche abgelehnt hatten. Bis zu 5.000 inhaftierte Taliban sollten im Tausch gegen 1.000 von den Rebellen festgehaltene Gefangene freikommen.


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