„Grauviehtog“ in Imst vor leeren Ställen

Covid-Regeln bestimmten den Jahreshöhepunkt der Grauvieh-Züchter. Aktuell umfasst der Tiroler Grauviehzuchtverband 91 Zuchtvereine, Grauvieh steht in 1200 bäuerlichen Betrieben.

50 Jahre Obmann des Grauviehzuchtverbands: Gestern wurde Erich Scheiber gewürdigt und nach seiner Amtsübergabe zum Ehrenobmann ernannt.
© Ploder

Imst – Die „Misswahl“, die Kür der schönsten Grauvieh-Kalbinnen und Kühe, musste aufgrund der Covid-Beschränkungen in diesem Jahr entfallen. Die Ställe für mehrere hundert Tiere blieben leer. Der Höhepunkt des Verbandsjahres musste aber nicht völlig auf Tiere verzichten. In einem benachbarten Gebäude, abseits des Publikums, wurden die Zuchtstiere des heurigen Jahres auf die Stierparade durch die Sitzreihen vorbereitet. „Die Erwartungen an die Zucht liegen zu Recht sehr hoch“, erklärte Verbands-Geschäftsführer Raphael Juen.

Neben den Stieren stehen beim Grauvieh auch die Ochsen hoch im Kurs. Der Almochse gilt europa­weit als Best-Practice-Beispiel gezielter und erfolgreicher Markenpolitik für Premium-Lebensmittel. „Darin liegt eine Chance für die Tiroler Landwirtschaft, mit Nischenprodukten gegen internationalen Wettbewerb zu bestehen. Aktuell umfasst der Tiroler Grauviehzuchtverband 91 Zuchtvereine mit rund 5000 Herdebuchkühen in 1200 Betrieben. Zwei Drittel entfallen auf Milchkühe, der Rest auf Fleischproduktion in Mutterkuhhaltung.

Neben der Jahreshauptversammlung stand in diesem Jahr die Ehrung des scheidenden Obmanns Erich Scheiber im Zentrum. Scheiber wurde zum Ehrenobmann ernannt und übergab nach 50 Jahren sein Amt an den bisherigen Stellvertreter Hans Pittl, dem Franz Pfurtscheller und Jakob Prantl als Vizeobmänner zur Seite stehen. Sie überreichten dem Grauviehpionier ein Bild mit persönlicher Widmung. Erich Scheiber wurde auch als längstdienender ehrenamtlicher Funktionär im Bereich der Landwirtschaft ausgezeichnet. Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger würdigte besonders den Weitblick und die Fähigkeit Scheibers.

Die Zusammenarbeit von Obmann Erich Scheiber und den Jungzüchtern war während seiner Amtszeit getrübt. Dass sich das zwischenzeitlich zu einer respektvollen und erfolgsorientierten Zusammenarbeit gewandelt hat, schreibt der Vertreter der Jungzüchter, Peter Pranger, der konstruktiven Arbeitsweise Scheibers zu. Die Jungzüchter bedankten sich mit einem Filmporträt, das Erich Scheiber als warmherzigen Sympathieträger charakterisiert. (tp)

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