Bulgarische Polizei räumt Zeltblockaden von Demonstranten

Nach Zusammenstößen von Demonstranten mit der Polizei mit Dutzenden Verletzten und mehr als hundert Festnahmen haben Sicherheitskräfte nicht zugelassene Blockaden an großen Straßenkreuzungen der bulgarischen Hauptstadt Sofia geräumt. Die Zelte der Demonstranten, die seit fast zwei Monaten den Rücktritt der Regierung in Sofia fordern, wurden in der Nacht auf Donnerstag entfernt.

Dabei gab es amtlichen Angaben zufolge keine Zusammenstöße, auch sei niemand aus den Lagern festgenommen worden. Zur Polizeiaktion kam es nach Ausschreitungen bei einem Protest gegen die Regierung am späten Mittwochabend in Sofia.

Die als „Zone der Freiheit“ ausgegebenen Zeltlager erwiesen sich als Verstecke für selbstgebaute Böller und harte Gegenstände, die auf die zum Schutz des Parlaments aufgebotenen Polizisten geworfen wurden, wie der Polizeichef von Sofia, Georgi Chadschiew, am Donnerstag erklärte. 126 Menschen wurden nach den Ausschreitungen festgenommen. 60 von ihnen hätten einen kriminellen Hintergrund. Die Organisatoren der Proteste, das sogenannte Giftige Trio, führten die Ausschreitungen auf Provokateure zurück.

Der Protest am Parlament hatte am Mittwochfrüh zum Auftakt der Herbsttagung der Volksversammlung begonnen. Demonstranten forderten in Sprechchören den Rücktritt der bürgerlich-nationalistischen Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissow. Sie werfen der seit Mai 2017 regierenden Koalition Korruption und Abhängigkeit von Oligarchen vor.

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Staatspräsident Rumen Radew, der die Demonstranten unterstützt, forderte in einer Rede vor den Abgeordneten den Rücktritt der Regierung und Neuwahlen. Die nächste reguläre Parlamentswahl wäre im März 2021.


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