Sommerschule: NEOS für Pflicht, Land Tirol will verlängern

Oberhofer (NEOS) kritisiert zu schwache Teilnahme und Missverhältnis bei der Lehrerschaft. Landesrätin Palfrader kontert und zieht positive Bilanz.

Symbolfoto
© www.picturedesk.com

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Während die Sommerschule des Bundes noch läuft, sind die Sommerschulwochen des Landes längst abgehakt. Wie berichtet, hatte das Land diese – als Folge der langen Corona-bedingten Schulschließungen – kurz vor Ferienbeginn aus dem Boden gestampft. In den ersten vier Ferienwochen konnten Kinder mit Betreuungsbedarf dieses Angebot in Anspruch nehmen.

In Summe nahmen 500 Kinder an den Sommerschulwochen – verteilt über einige Ganztagsschulen im Land – daran teil. Als Betreuungspersonal hatten sich in Summe drei ausgebildete Pädagogen sowie 23 Lehramtsstudierende freiwillig gemeldet. Das wurde gestern aus dem Büro von Bildungslandesrätin Beate Palfrader (VP) bestätigt.

NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer sieht in diesen Zahlen die Bestätigung einerseits für „ein organisatorisches Chaos“ und andererseits für ein „inakzeptables Verhältnis zwischen Lehramtsstudierenden und ausgebildeten Pädagogen“. Zwar sei das pädagogische Konzept dieser Schulwochen gut, jedoch aufgrund der geringen Vorlaufzeit in dieser Form nicht umzusetzen gewesen, kritisiert Oberhofer.

Es braucht jetzt eine Entscheidung, damit es 2021 nicht zum selben Chaos kommt.
Dominik Oberhofer, NEOS-Klubobmann

Künftiges Ziel müsse aber sein, genau jene Schüler damit zu erreichen, die auch tatsächlich einen Förderbedarf haben. Oberhofer schätzt diese Zahl auf gut 6000 Kinder. Das sei nicht gelungen. Ein Grund hierfür sei auch die Freiwilligkeit – und zwar bei den Schul­erhaltern, also den Gemeinden. Oberhofer fordert, die Schulwochen auch 2021 fortzuführen. Das Konzept müsse evaluiert, Probleme gelöst und das Angebot verpflichtend an allen Ganztagsschulen für die nächsten Sommerferien vorbereitet werden, so der NEOS-Mandatar.

Bildungsdirektor Paul Gappmaier weiß zwar, dass der Start ein schwieriger gewesen ist, angesichts der kurzen Vorlaufzeit habe man es aber „gut hinbekommen“.

Es war ein schwieriger Start – in Summe haben wir es aber gut hinbekommen.
Paul Gappmaier, Bildungsdirektor

In Palfraders Büro will man die pinke Rechnung so auch nicht stehen lassen. Rechne man alle Angebote (AK-Sommerschule Plus, Musikwoche, Bundes-Sommerschule) hinzu, werde man um die 4500 Kinder in den Ferien betreut und unterrichtet haben. Die separaten Gemeinde-Angebote gar nicht eingerechnet. Das Landes-Angebot sei „ein breit gefächertes Programm“ gewesen. Die Kritik am mangelnden Interesse der Lehrerschaft weist man zurück. Lehramtsstudenten seien bezahlt worden, die Zeit gelte als Praxis-Nachweis. An der von den NEOS geforderten Fortsetzung arbeite man bereits: „Wir sind mit dem Bund in intensivem Austausch.“

Indes fordert Grünen-Bildungssprecherin Stephanie Jicha die Oberstufen-Schulen im Großraum Innsbruck auf, über eine Entzerrung der Unterrichtsbeginnzeiten nachzudenken. Wie berichtet, hatten LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) und Palfrader die Schulen dazu aufgefordert. Dies könne helfen, die morgendlichen Verkehrsspitzen zu senken und in den Öffis mehr Platz zu schaffen. Damit wäre dem Corona-Abstand Genüge getan.


Kommentieren


Schlagworte