Alpenverein will „Sackerl fürs Gackerl“ für Wanderer

Das „Sackerl fürs Gackerl“ für Hunde ist den Österreichern bereits bestens bekannt, der Alpenverein plädiert nun dafür, dass es am Berg auch für Menschen zum Einsatz kommen soll. Hinterlassenschaften können die Ökosysteme in den Alpen nämlich empfindlich verändern, deshalb sollte für den Fall der Fälle ein spezielles „Erste-Hilfe-Set“ mitgenommen werden.

Gemeinsam mit der Initiative „Bergwelt Tirol - Miteinander erleben“, den Tiroler Schutzgebieten und der Landwirtschaftskammer Tirol rief der Alpenverein ein Projekt zum Thema „Toilette am Berg“ ins Leben. Dabei sollen Botschaften zur „Geschäftemacherei“ am Berg humorvoll auf Schildern und Plakaten kommuniziert werden, teilte der Alpenverein am Donnerstag mit.

Die Alpen werden besonders in der Wandersaison häufig als Toilette verwendet. Je weiter Wanderer in die Höhen steigen, desto sensibler werde jedoch der Lebensraum. Hinterlassenschaften wirken als Dünger und können Ökosysteme empfindlich verändern. Außerdem erhöhen sich die Verrottungszeiten mit zunehmender Höhe. Die neue Informationskampagne soll nun Empfehlungen zum Toilettengang auf den Berg abgeben. „Ziel ist zum einen, den sensiblen Hochgebirgslebensraum zu schonen, zum anderen, Konflikte mit anderen Lebensraumpartnern zu vermeiden“, erklärte Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora.

„Toilettenpapier verrottet beispielsweise deutlich schneller als Papiertaschentücher. Am besten wäre, gebrauchtes Papier wieder mit ins Tal zu nehmen. Neben der medizinischen Rucksackapotheke gehört also auch ein spezielles ‚Erste-Hilfe-Set‘ für den Notdurft-Fall in den Rucksack, bestehend aus Klopapier und Beutel“, erklärte Benjamin Stern von der Naturschutzabteilung im Österreichischen Alpenverein. Empfehlenswert sei auch, von Gewässern und Stadeln Abstand zu halten. Sollte das Geschäft nicht doch noch am Ausgangspunkt der Tour erledigt werden können, sollte die Notdurft eingeschaufelt oder unter Steinen oder Zweigen versteckt oder am besten im Tal entsorgt werden. Die Empfehlungen gelten im Übrigen auch für Hunde, machte der Alpenverein aufmerksam.


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