Bentleys Luxus-SUV Bentayga: Nach den oberen Zwanzigtausend

Bentleys Luxus-SUV Bentayga sieht frischer aus als zuvor, ist mit einem innovativen Infotainmentsystem versehen und hat seine fahrdynamischen Eigenschaften trotz eines kleinen Verzichts beibehalten.

Europäische Bentayga-Kunden müssen auf die W12-Option verzichten – der aufgeladene V8 ist aber dank 550 PS gut genug für einen Sprint von null auf 100 km/h in 4,5 Sekunden.
© Bentley

Von Markus Höscheler

Gmund am Tegernsee –Vor ein paar Jahren noch gab es reichlich kritische Stimmen – innerhalb der Bentley-Belegschaft und natürlich auch von außen. Warum braucht ausgerechnet ein Luxus-Label ein Sport Utility Vehicle? Die Frage ist inzwischen mehr als eindeutig entschieden: Der Bentayga hat maßgeblich zum Volumen der noblen VW-Tochtermarke beigetragen, seit dem Marktstart im Jahr 2016 hat sich das 5,13 Meter lange Edel-Fabrikat weltweit gut 20.000-mal verkauft.

Doch auch die Noblesse ist dem Zeitgeist unterworfen – und dieser verlangt nach optischen wie technischen Korrekturen. Und Bentley hat sich nicht wirklich zurückgehalten bei der Überarbeitung des Hochbaus: Der ohnehin schon prägnante Kühlergrill erfährt eine weitere Vergrößerung, der Stoßfänger wirkt „aggressiver“, wie Bentley selbst betont. Das Heck, von manchen kritischen Beobachtern als eine Schwachstelle gesehen, hat eine sichtbare Entwicklung durchgemacht: Das Kennzeichen wandert nach unten, die Flächen sind neu gezeichnet worden. Dass der Bentayga jetzt noch breiter wirkt, mag auch daran liegen, dass die hintere Spurbreite um 20 Millimeter zugelegt hat.

Imponierendes Fahrverhalten

Verbesserungen erfährt der Bentayga zudem innen. Das Lenkrad ist neu, ebenso die Armaturentafel, die nun komplett digitalisiert die Instrumente visualisiert. Das Infotainmentsystem agiert pfiffig und dank eines hochwertigen, 10,9 Zoll großen Touchscreens auch zeitgemäß. Die Leuchtstärke und die Auflösung imponieren, ebenso die Zahl ihrer Funktionen. Bei der ersten Ausfahrt mit dem Bentayga im bayerischen Seengebiet entlang von Mautstraßen zwischen Tegernsee und Walchensee gab etwa das Navigationssystem ebenso sein Bestes wie die Multimediaabteilung mit unkomplizierter Smartphone-Anbindung (in unserem Fall: Apple CarPlay) und erstklassiger Soundentwicklung.

Was den Bentayga zuvor schon auszeichnete und nun neuerlich hervorhebt, ist sein imponierendes Fahrverhalten: Trotz eines Eigengewichts von 2,4 Tonnen und einer Höhe von 1,74 Metern bewegt er sich leichtfüßig, fährt linientreu, vertraut einer recht präzisen Lenkung und verhindert unangenehme Aufbaubewegungen dank einer feinfühligen Abstimmung, die zwischen Sport und Komfort ihr Bestes gibt.

Für die Traktion mitverantwortlich ist in bewährter Manier der eingebaute Allradantrieb, der reichlich Drehmoment verteilen muss: Denn der installierte Vierliter-V8-Biturbobenziner, immerhin 550 PS stark, kann zwischen 1960 und 4500 Umdrehungen/Minute ein maximales Drehmoment von 770 Newtonmetern stemmen. Dass damit ein Sprint von null auf 100 km/h in 4,5 Sekunden möglich ist, überrascht ebenso wenig wie die Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h. Bei solchen Fähigkeiten lässt es sich verschmerzen, dass die W12-Version für Europa nicht mehr in Frage kommt – ein Plug-in-Hybrid dagegen schon.


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