Palfrader optimistisch: „Schulstart in Tirol möglichst normal“

Tirol eröffnet am 14. September das neue Schuljahr. Mit Krisenteams an jeder Einrichtung. Das Distance-Learning wird als Option bleiben.

Sehen den Schulstart nicht gefährdet (v. l.): Herbert Forster (Landesamtsdirektor), LH Günther Platter und Bildungs-Landesrätin Beate Palfrader (beide VP), sowie Paul Gappmaier (Bildungsdirektor).
© Land Tirol/Gratl

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Bildungs-Landesrätin Beate Palfrader (VP) und Bildungsdirektor Paul Gappmaier versprühten gestern – rund eine Woche vor dem Beginn des neuen Schuljahrs – Optimismus. Man sei gut vorbereitet und strebe einen „möglichst regulären und normalen Start“ an, versicherte Palfrader. Kaum einen anderen Bereich hat die Corona-Krise einschneidender getroffen als den Bildungssektor. Schüler sahen über Monate ihre Klassen nicht von Innen, zu Tausenden konnten die Schulen in der Zeit des Distance-Learning nicht einmal einen Kontakt herstellen. Und auch danach gab es über Wochen nur „Schichtbetrieb“. Das alles soll jetzt anders werden.

Für 95.000 Schülerinnen und Schüler (darunter 8300 Tafelklassler) und 10.500 Lehrerinnen und Lehrer heißt es nun, sich mit der neuen Lage anzufreunden. Vorsicht und Umsicht sind die neuen Handlungsmaxime im schulischen Alltag. Über allem steht die Einhaltung hygienischer Mindestanforderungen: Abstand halten, Hände desinfizieren, das richtige Husten (in die Armbeuge), das regelmäßige Lüften der Klassenräume. Das Lehrpersonal selbst wird PCR-Tests durchlaufen. „Die Rückmeldungen sind sehr gut, es gibt zahlreiche Anfragen“, sagt Gappmaier.

Doch auch über dem Schulbetrieb hängt die Corona-Ampel. Welche Maßnahmen bei welcher Farbe zu setzen sind, ist durch die „Covid-19-Schulverordnung“ geregelt, die Donnerstag erlassen wurde. Doch schneller als in anderen Bereichen, erlangen diese Maßnahmen Gültigkeit. So wird im seit gestern „gelben“ Schulbezirk Kufstein bereits ab Montag eine verschärfte Mund-Nasen-Schutz-Pflicht (Tragepflicht bis ins Klassenzimmer) umzusetzen sein. Dies trifft dann all jene, die derzeit die Sommerschule des Bundes besuchen. Im Regulärunterricht werden Musik und Sport eingeschränkt.

Fix ist laut Verordnung, dass jede Schule ein Corona-Krisenteam zu installieren hat. Dieses hat u. a. für Dokumentation und Nachverfolgung, Hygienemittel und Personaleinsatz zu sorgen. Die Rückkehr des Distance-Learning sei nicht ausgeschlossen, sagt Palfrader: „Regional und standortspezifisch müssen wir damit rechnen.“ Auf jeden Fall in der Oberstufe ab Stufe Rot. Online-Unterricht könne nicht überall garantiert werden – gerade Kleinstschulen werden auf „analoge Lernpakete nicht verzichten können“, so Palfrader. Ein Betreuungsangebot werde es aber flächendeckend geben.

Als Handlungsempfehlung für Eltern wertet Gappmaier, dass die Schulverordnung klar festlege, wann ein Kind als Covid-Verdachtsfall einzustufen ist: ab einer Körpertemperatur von 37,5 Grad oder bei Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Dann heißt es zuhause bleiben.

Für Diskussionen sorgen dürften zwei weitere Verordnungspunkte. Die Schulbehörde kann bei festgestellten Verdachtsfällen anordnen, dass alle in der betreffenden Schule bis zu zehn Tage während des gesamten Schultages eine Maske tragen müssen. Dass auch bei Phase grün „der Unterricht nach Maßgabe der Möglichkeiten im Freien abzuhalten“ sei, werde kaum in der Praxis umgesetzt werden, heißt es dazu aus dem Landhaus.


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