Drauradweg fertig, neuer Biketrail in den Dolomiten

Osttirol erzielt fast ein Drittel der touristischen Wertschöpfung mit Radlern. Die richtige Lenkung der Radgäste ist aber in ganz Tirol wichtig.

Die neue Brücke bei Thal ist Teil des reparierten Drauradweges. LHStv. Josef Geisler, der Asslinger Bürgermeister Bernhard Schneider, Baubezirksamtsleiter Harald Haider und Christian Molzer, Vorstand der Abteilung Verkehr und Straße (v. l.), machen eine Probefahrt.
© Land Tirol/Groder

Von Catharina Oblasser

Assling, Lienz – Radtouristen machen in ganz Tirol einen immer größeren Anteil an den Gästen aus, der E-Bike-Boom trägt dazu bei. Eine der meistbefahrenen Strecken ist der 50 Kilometer lange Drautalweg in Osttirol. Nach den Unwettern im Herbst 2018 musste die Strecke um insgesamt 2,1 Millionen Euro repariert werden, die Arbeiten sind so gut wie fertig. Bei der Abschlussfeier mit den Bürgermeistern der Anrainergemeinden meinte LHStv. Josef Geisler: „Dieser Radweg ist ein Beispiel dafür, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Land und Behörden funktioniert.“

Doch die Strecke von Sillian bis Nikolsdorf ist bei Weitem nicht das einzige Angebot für Radler im Bezirk Lienz. Für Downhill-Biker stehen Singletrails am Fuß des Großglockners und am Lienzer Hochstein zur Verfügung, einer davon speziell für Familien. E-Biker können an 30 öffentlichen Ladestationen im ganzen Bezirk auftanken. Auch Mountainbiker kommen auf ihre Kosten, zum Beispiel auf dem Weg von der Dolomitenhütte (1616 m) zur Karlsbader Hütte (2261 m). Seit gestern darf die Route, die eigentlich nur ein Wirtschafts- und Forstweg ist, auch von Radlern benützt werden.

Eine kleine Eröffnungsfeier fand gestern Mittag auf der Dolomitenhütte statt. Neben LHStv. Geisler nahmen daran auch Florian Phleps, Chef der Tirol Werbung, der Tiroler Mountainbike-Koordinator Günther Zimmermann und Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbandes Osttirol, teil.

„Wir erzielen 30 Prozent der touristischen Wertschöpfung mit Radgästen“, erklärt Theurl. „Und es gibt weiterhin ein großes Potenzial.“ Viele Schutzhütten würden mittlerweile die Hälfte des Umsatzes mit Mountainbikern erwirtschaften, so der TVB-Obmann weiter. Für ganz Tirol liefert Florian Phleps Zahlen: „Bei elf Prozent unserer Nächtigungsgäste ist Radfahren das Hauptmotiv, und drei von zehn Touristen fahren zumindest einmal Rad während ihres Urlaubs.“

Umso wichtiger wäre es, dass sich Wanderer und Biker nicht in die Quere kommen. „Wir müssen die Wander­wege radfrei halten, sonst verärgern wir unsere Hauptzielgruppe“, findet Theurl. Dazu sei es nötig, Bikestrecken auszuweiten und zu entzerren. Florian Phleps setzt darauf, die Infrastruktur gut zu planen. Er meint aber auch: „Die touristisch stark genutzten Gebiete werden sich nicht rück­entwickeln.“


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