Wiesinger wollen keine Deponie am Astenberg

Der Ortschef plant eine Resolution gegen die geplante Aushubdeponie am Astenberg. Die Einspruchsfrist endet in neun Tagen.

Wiesing – An der Amtstafel der Gemeinde ist die Kundmachung seit 14. August angeschlagen: Ein Erdbau-Unternehmen aus Münster plant im Ortsteil Astenberg eine Bodenaushubdeponie im Ausmaß von 95.000 Kubikmetern auf 35.000 m². Dauer des Projektes: 20 Jahre. Die Zufahrt für täglich im Schnitt zwei bis drei Lkw-Fahrten würde hauptsächlich über die Rofansiedlung erfolgen. Es könnten aber auch viel mehr Lkw-Fahrten sein, was die Deponiedauer verkürzen würde. Für die Wiesinger Gemeinde­vorständin Maria Chelucci ist die Verkehrsbelastung ein Grund, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Realisierung zu verhindern. „Wir haben in der letzten Gemeinde­ratssitzung auf das Projekt aufmerksam gemacht, von dem der Bürgermeister aufgrund der Kundmachung bereits wusste. Die Gemeinderäte waren aber nicht informiert worden“, sagt sie. Ihre Sorge: Die Einspruchsfrist endet mit 14. September. „Wenn Bürger die Deponie nicht wollen, müssen sie rasch handeln.“

Derzeit läuft das abfallrechtliche Verfahren, bei dem Stellungnahmen von Fachleuten eingeholt werden. Dass Stellungnahmen von Bürgern hier relativ wertlos sein können, wisse sie, sagt Chelucci. Das habe sich beim Gewerbegebiet Larchwald gezeigt. „Der Larchwald galt als Wald mit höchster Wohlfahrtswirkung, nur 1 % der Wälder im Bezirk Schwaz haben diesen Wert. Dennoch wurde er gerodet, mit dem Argument des öffentlichen Interesses an Schaffung von Arbeitsplätzen. Eine Aushubdeponie könnte auch von so genanntem öffentlichen Interesse sein“, fürchtet Chelucci. Daher sei es wichtig, auf breiter Front öffentlichen Druck zu machen.

„Wir hatten diese Woche eine Bauausschusssitzung und werden in der Gemeinderatssitzung nächste Woche eine Resolution gegen die Aushubdeponie verfassen“, teilt Bürgermeister Alois Aschberger mit. Soweit er es beurteilen könne, seien alle Mandatare gegen die Deponie, denn die Zufahrt verlaufe durch das ganze Ortsgebiet. „Die im Projekt angegebene direkte Zufahrt ab der Achenseestraße gibt es nicht“, sagt Aschberger. Man habe bereits zwei Deponien in Wiesing, eine weitere brauche man nicht. „Wir klären noch ab, was wir rechtlich für Möglichkeiten haben“, sagt Aschberger. GR Alexandra Zingerle (BM-Liste) ergänzt: „Astenberg ist ein wichtiges Erholungsgebiet. Wir sind vom Verkehr so schon stark belastet und haben mit kaputten Gemeindestraßen zu kämpfen.“ Chelucci sieht in der Zufahrt über die Gemeindestraße den Schlüsselfaktor: „Wir könnten eine Benutzungs- beschränkung aussprechen. Das muss in Absprache mit der Verkehrsabteilung der BH sofort in die Wege geleitet werden.“ Einige Bürger haben laut BH bereits Stellungnahmen abgegeben. (ad, emf)

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