Weitere tote Schafe in Lavant sorgen für Wirbel

Geht es nach LA Hermann Gahr, müssten Problemwölfe abgeschossen werden dürfen.
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Lavant, Innsbruck – Ein bitteres Bild bot sich Schafbauern Samstagfrüh in Lavant in Osttirol: Von ihren 196 Schafen fanden sie nur mehr rund hundert lebend vor. 20 bis 30 Schafe sind offenbar durch einen Wolf getötet worden, 65 Schafe werden vermisst. Auch in den Tagen zuvor wurden dort vereinzelt tote und schwer verletzte Schafe entdeckt. Bei einem toten Tier bestätigte der Amtstierarzt aufgrund der festgestellten Verletzungen bereits die Beteiligung eines Wolfs. Die Schafbauern schlagen Alarm, weil der Wolf geschützt werde, hundert Schafe aber nicht.

Forum-Land-Obmann und Tiroler-Bauernbund-Abgeordneter Hermann Gahr ist überzeugt: „Es braucht für Österreich eine unionsrechtliche Grundlage für die Entnahme von Wölfen, besonders von Problemwölfen.“ Ihm ist zwar bewusst, dass wolffreie Zonen mit der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und dem damit verbundenen Schutz der Wölfe nicht vereinbar sind. Doch mehrere EU-Länder haben Ausnahmeregelungen und können Wölfe trotz hohen Schutzstatus entnehmen. „Etwa in Finnland, wenn sie innerhalb des Rentiererhaltungsareals die geschützten Tiere töten. Auch in der Slowakei, Polen, Lettland oder Litauen gibt es Ausnahmeregelungen. Genau so eine Regelung brauchen wir auch für Österreich. Wir wollen keinen Sonderweg, sondern nur gleich behandelt werden“, betont Gahr.

Die FFH-Richtlinie lasse viel Platz für Interpretationen und müsse konkretisiert werden. „Wichtig wäre, dass der günstige Erhaltungszustand einer Art nicht auf Nationalstaaten heruntergebrochen wird, sondern die gesamteuropäische Wolfspopulation zählt“, meint Gahr, für den Herdenschutz keine Lösung ist. Es sei unmöglich, im alpinen Gelände entsprechende Zäune aufzustellen. Gahr: „Ministerin Leonore Gewessler ist eingeladen, sich auf einer Tiroler Alm persönlich von den Bedingungen zu überzeugen.“ (TT)


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