ÖFB-Team gegen Rumänien ohne Fans, aber mit einer klaren Idee

Im Heim-Geisterspiel gegen Rumänien will die ÖFB-Auswahl heute (20.45 Uhr/live ORF 1) im Klagenfurter Wörthersee Stadion nachlegen und wie beim 2:1-Sieg in Norwegen letztlich das bessere Team stellen.

Andreas Ulmer und Co. wollen heute gegen Rumänien die Leistung aus dem Norwegen-Spiel bestätigen.
© GEPA pictures/ Philipp Brem

Von Alex Gruber

Klagenfurt – Der Spruch „Was gut ist, soll man nicht verändern“ gilt nach dem Norwegen-Match und in Sachen rot-weiß-roter Aufstellung für das zweite Match in der Nations League nur bedingt. Einerseits wirft die schwere Sprunggelenksprellung von Abwehrturm Martin Hinteregger Fragezeichen auf, andererseits meldet sich Kapitän Julian Baumgartlinger, der nach Trainingsrückstand in Oslo noch geschont wurde, wohl in der Startaufstellung zurück. Und vielleicht rotiert Teamchef Franco Foda in Absprache mit Tormanntrainer Robert Almer heute ja Salzburg-Keeper Cican Stankovic statt LASK-Schlussmann Alexander Schlager ins Tor: „Für uns haben wir schon entschieden, wir werden morgen sehen“, sagte der 54-jährige ÖFB-Teamchef gestern dazu kryptisch. Das sind die üblichen Spielchen.

Auch wenn das Coronavirus in diesem Kalenderjahr bezüglich Spielplänen und Belastungspausen vieles anders machte, bleibt eines immer beim Alten: Es gilt die Spannung hochzuhalten. Und der (Heiß-)Hunger auf den Ball und dessen sofortige Rückeroberung soll die rot-weiß-rote Auswahl heute beim ersten Auftritt im neuen Heim-Jersey wieder zum Sieg führen. Es geht zwar auch um die Genieblitze Einzelner, in erster Linie aber ein weiteres Mal darum, das bessere Team zu stellen. Dann wäre der Traumstart in Gruppe B1 perfekt.

Kann es als Schottland-Legionär bei den Glasgow Rangers auch rustikal – Ianis Hagi (l.), Sohn von Legende Gheorghe, soll die Fäden im rumänischen Spiel ziehen.
© Imago

Österreichs Teamkader wird ohne etliche Hochkaräter (Alaba, Arnautovic, Laimer, Lazaro, Schöpf ...) immer noch mit 185 Millionen Euro taxiert, Leipzig-Turbo Marcel Sabitzer (35 Mio.) marschiert hier vorneweg. Die Gäste aus Rumänien werden mit dem aktuellen Aufgebot in Summe auf knapp 53 Millionen geschätzt. Ianis Hagi, 21-jähriger Legionär bei den Glasgow Rangers und Sohn von Weltkicker Gheorghe, der die Rumänen in ihren Glanzzeiten in den 90er-Jahren dirigierte, trägt ein schweres Erbe. Als weitere gefährliche Offensivwaffen werden Alexandru Maxim (Gaziantep/TUR), den man aus der deutschen Bundesliga (einst Mainz und Stuttgart) kennt, oder England-Legionär George Puscas (FC Reading) genannt. „Sie sind frech und selbstbewusst“, nennt Baumgartlinger die Attribute der Gäste, die in ihrem Spielstil nicht mit Norwegen vergleichbar sind. Für Rumänien geht es im Oktober im Play-off gegen Island (8. Oktober) und danach gegen den Sieger aus Bulgarien gegen Ungarn (12. November) um ein EM-Ticket.

Das ÖFB-Team will heute in Klagenfurt seiner Spielidee treu bleiben. Der Blick in die Vergangenheit – im Wörthersee Stadion feierte man im Juni 2018 nach 32 sieglosen Jahren einen 2:1-Sieg über Deutschland – macht Lust auf mehr, die Geisterspiel-Atmosphäre belebt aber nicht gerade die Sinne. „Der richtige Fußball findet mit Fans statt“, vermisst auch Foda im ersten Heimspiel seit knapp zehn Monaten (das 2:1 gegen Nordmazedonien in der EM-Quali war in Wien das letzte Heimspiel) das Flair. EM-Bewerbungen, wie jene von Debütant Christoph Baumgartner in Norwegen, nimmt Foda trotzdem gerne entgegen.

TT-ePaper gratis testen und eine von fünf Snow Cards Tirol gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper
© Facebook/UEFA Euro 2020

Kommentieren


Schlagworte