Tausende Menschen bei Protesten gegen Lukaschenko

Trotz eindringlicher Warnungen vor neuen Protesten gegen Weißrusslands Staatschef Alexander Lukaschenko haben am Sonntag Tausende Menschen in der Hauptstadt Minsk demonstriert. Auf Videos war zu sehen, wie Menschengruppen mit der historischen weiß-rot-weißen Landesflagge in Richtung Stadtzentrum zogen. Die Sicherheitskräfte waren mit einem großen Aufgebot vor Ort und sperrten Straßen ab.

Auch der Unabhängigkeitsplatz im Zentrum von Minsk war abgeriegelt. Videos zeigten, wie Uniformierte vereinzelt Menschen festnahmen. Zudem waren Panzerfahrzeuge unterwegs. Das Innenministerium hatte zuvor gewarnt, mehr Einsatzkräfte zur Massendemonstrationen der Opposition zu schicken.

Auch in anderen Städten des zwischen Russland und EU-Mitglied Polen gelegenen Landes gab es Proteste gegen den autoritären Präsidenten. So war auf Videos in der Stadt Grodno an der Grenze zu Polen zu sehen, wie Uniformierte auf eine Gruppe von Demonstranten stürmten und Menschen auseinandertrieben. Es solle auch Tränengas eingesetzt worden sein, berichteten oppositionsnahe Kanäle im Messenger-Dienst Telegram. Zu sehen war zudem, wie auch ältere Frauen vor den Einsatzkräften wegliefen.

Die Proteste dauern bereits seit genau vier Wochen an - seit der umstrittenen Präsidentenwahl vom 9. August. Die Demokratiebewegung fordert den Rücktritt Lukaschenkos, Neuwahlen und die Freilassung politischer Gefangener. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen.


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