Bei den US-Wahlergebnissen sind Verzögerungen wahrscheinlich

Die Bekanntgabe der Ergebnisse der US-Wahlen im November könnte sich im Bundesstaat Michigan wegen der erwarteten starken Zunahme der Briefwahl um einige Tage verzögern. „Wir sollten darauf vorbereitet sein, dass es dieses Mal eher eine Wahlwoche als einem Wahltag ähneln wird“, sagte die für die Durchführung der Abstimmung verantwortliche Politikerin Jocelyn Benson am Sonntag dem Sender NBC.

Es gehe darum, vollständige und akkurate Ergebnisse zu haben, auch wenn es „ein paar Tage länger“ dauern werde, so Benson. In dem Bundesstaat dürfen Briefwahlunterlagen erst am Wahltag selbst ausgezählt werden. In anderen Bundesstaaten, wie zum Beispiel Ohio, müssen Briefwahlunterlagen noch mehr als eine Woche nach der Wahl angenommen werden, sofern sie vor der Abstimmung abgeschickt wurden. Die Auszählung von Briefwahlunterlagen dauert meist länger, zum Beispiel wegen eines nötigen Unterschriftenvergleichs. Wegen der Corona-Pandemie wird eine starke Zunahme der Briefwahl erwartet. 2016 stimmte landesweit fast jeder vierte Wähler per Post ab.

In manchen Bundesstaaten wie etwa North Carolina wiederum können die Stimmen bereits vor dem Wahltag gezählt werden. Die Verantwortliche Karen Brinson Bell sagte dem Sender NBC, der Staat könne daher vermutlich schon am Wahlabend rund 80 Prozent der Stimmen ausgezählt haben.

In den USA sind die Bundesstaaten für die Durchführung der Wahlen verantwortlich. Das gilt auch für die Kongress- und Präsidentenwahl am 3. November. Wegen des komplexen indirekten Wahlsystems bei der Präsidentschaftswahl könnten Verzögerungen in einem Bundesstaat - sei es in Michigan oder zum Beispiel in Florida - dazu führen, dass mehrere Tage unklar bleiben wird, wer die Wahl gewonnen hat.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte