Nur Hagel und Frost trüben positive Bilanz der Tiroler Bauern

Ein durchschnittlicher Sommer ohne große Wetterextreme sorgt in der heimischen Landwirtschaft für Zufriedenheit mit dem heurigen Jahr.

Das Hagelunwetter am Samstag verursachte Schäden bei Mai, Hirse und Grünland.
© Hagelversicherung

Von Nikolaus Paumgartten

Kitzbühel, Innsbruck – Ein Hagel-Unwetter hat am vergangenen Samstag im Bezirk Kitzbühel schwere Schäden in der Landwirtschaft verursacht. Laut Norbert Jordan von der Österreichischen Hagelversicherung sind in Summ­e etwa 2000 Hektar Mais, Hirse und Grünland betroffen, der Gesamtschaden beträgt rund eine halbe Million Euro. „Das war schon eines der größeren Ereignisse des heurigen Jahres“, erklärt Jordan.

Zwar habe es da und dort vor allem im Gemüsebau einig­e Hagelschäden mit einzelnen betroffenen Landwirten gegeben, die großflächigen Hagelunwetter blieben heuer bisher aber aus. Angesichts der bis dato vorliegenden Schadensmeldungen für 2020 spricht Jordan daher von einem durchschnittlichen Jahr. „Allerdings“, gibt der Experte zu bedenken, „ist die Hagelsaison noch nicht zu Ende.“ Habe man früher davon ausgehen können, dass es nach Mitte August keine Hagelereignisse mehr gibt, so müsse man mittlerweile aufgrund der klimatischen Veränderungen in unseren Breiten noch mit Hagelunwettern bis Mitte oder gar Ende September rechnen.

Aber nicht nur, was Hagel­unwetter betrifft, auch bei Temperatur und Niederschlag blieben die heimischen Landwirte heuer von erntebedrohlichen Wetterextremen verschont. Lange Hitzeperioden blieben dieses Jahr ebenso aus wie Dauerregen. Entsprechend durchschnittlich bis vorsichtig positiv fällt daher laut Landwirtschaftskammer auch das Resümee der Tiroler Bauern aus.

Beim Obst gab es zwar durch die ein oder ander­e Frostnacht im Frühling Einbußen – vor allem beim Steinobst Kirsche und Marill­e. Äpfel waren nur teilweise betroffen, bei der Zwetschk­e sieht es im Großen und Ganzen gut aus. Die zuletzt kühlen Nächte und sonnigen warmen Tage haben sich außerdem positiv auf das Arom­a der Äpfel ausgewirkt.

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Die Gemüsebauern zeigen sich mit der Qualität ihrer Ernte zufrieden, lediglich der Absatzeinbruch während des Lockdowns aufgrund der geschlossenen Gastronomie trübt hier die Stimmung etwas.

Leicht unterdurchschnittlich fiel die Ernte beim Sommergetreide aus, Grund dafür war hier vor allem die Hitze im Frühling. Die Regentage im Sommer machten es zudem schwierig, das Getreide zeitgerecht zum richtigen Entezeitpunkt einzubringen.


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