Begegnungszone in Innsbruck: Probephase ohne den Bozner Platz

Innsbrucks erste testweise Begegnungszone beschränkt sich vorerst auf drei Straßenzüge. Schwarzl nimmt „Einwände ernst“.

Am Bozner Platz kommt Mitte September doch keine Probe-Begegnungszone, in drei Straßenzügen der Umgebung aber sehr wohl.
© Domanig

Innsbruck – Am 16. September – genau zum Beginn der „Europäischen Mobilitätswoche“ – startet in Innsbruck die dreiwöchige Testphase für die Begegnungszone „Innere Stadt“. Gestern gab die Stadt dazu per Aussendung jedoch eine überraschende Wendung bekannt: Innsbrucks erste Begegnungszone wird vorerst nur drei Straßenzüge umfassen – die nördliche Wilhelm-Greil-Straße, die Meraner Straße und die Erlerstraße.

Der ursprünglich ebenfalls vorgesehene Bozner Platz bleibt bei der Zone dagegen vorerst außen vor: Als Gründ­e nennt Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) einerseits „Unwägbarkeiten“ hinsichtlich Fußgängerverhalten und -frequenz aufgrund der großen Baustelle in der angrenzenden Adamgasse. Zudem wolle man den Ergebnissen des Architekturwettbewerbs für die Neugestaltung des Platzes nicht vorgreifen – und nehme überdies „durchaus nachvollziehbare Einwände“ ernst.

Die Stadt-ÖVP und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser hatten Schwarzl, wie berichtet, ein­e „Husch-Pfusch-Aktion“ vorgeworfen und Bedenken geäußert, dass die geplante Fahrbahnverengung im Nordteil des Platzes samt provisorischer Mittelinsel zu Staus führen könnte. Auch von FPÖ und Gerechtem Innsbruck kam scharfe Kritik. Verkehrsausschuss-Obfrau Mariella Lutz (ÖVP) freute sich denn gestern auch, dass „unsere öffentliche Kritik an diesem sinnlosen Verkehrsexperiment“ Schwarzl offenbar zum Einlenken gebracht habe.

Tempolimit von 20 km/h

In den drei genannten Straßen startet die Begegnungszonen-Probephase aber wie geplant. Ein Tempolimit von 20 km/h soll die Voraussetzung für eine gemeinsame, rücksichtsvolle Nutzung der Verkehrsflächen schaffen. Begegnungszonen-Schilder und Piktogramme auf der Fahrbahn sollen das kenntlich machen – ebenso, dass das Queren der Straße überall „erlaubt und gewünscht“ ist.

Am 8. Oktober entscheidet der Gemeinderat über eine Fortführung der Begegnungszone. Neben dieser ersten Zone seien weitere vor der neuen S-Bahn-Haltstelle Messe und, aufbauend auf dem Wettbewerbsergebnis aus der Vorperiode, mittelfristig auch in Mariahilf geplant, sagt Schwarzl. Die Stadt bekenne sich so auch zum Vorrang für Fußgänger, Rad und Öffis. (TT, md)


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