Todesstrafen im Fall Khashoggi in Haftstrafen umgewandelt

Im Fall des Mordes an dem regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi hat ein saudisches Gericht fünf Angeklagte zu 20 Jahren Haft verurteilt. Damit hob das Gericht offenbar eine Ende vorigen Jahres verhängte Todesstrafe gegen die fünf auf. Khashoggi war 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden. Die saudische Regierung räumte die Tat ein.

Der Mord an Khashoggi hatte weltweit Schlagzeilen gemacht und das Ansehen von Saudi-Arabien und seinem ehrgeizigen Kronprinzen erheblich beschädigt. Der Kolumnist der US-Zeitung „Washington Post“ war am 2. Oktober 2018 im Konsulat seines Landes von einem extra angereisten Agententeam ermordet worden. Seine Leiche wurde anschließend zerteilt und beseitigt. Türkische Ermittler und auch die CIA haben Vorwürfe gegen Kronprinz Mohammed bin Salman erhoben, in das Verbrechen verwickelt zu sein. Der faktische Herrscher in Saudi-Arabien hat bestritten, die Tötung selbst angeordnet zu haben.

Drei weitere Personen seien am Montag ebenfalls zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, meldete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf einen Justizsprecher. Das Verfahren sei damit abgeschlossen, hieß es.

In einem international kritisierten Verfahren verurteilte ein saudisches Gericht Ende 2019 fünf Angeklagte zum Tode. Drei Personen erhielten Haftstrafen. Die Namen der Angeklagten wurden jedoch wie auch jetzt nicht veröffentlicht.

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Im vergangenen Mai erklärte Khashoggis Familie öffentlich, dass sie den Tätern vergebe. Darin sahen Beobachter einen Schritt, um die verhängte Todesstrafe gegen die Angeklagten aufzuheben.


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