Ex-Teamchef Alfred Riedl im Alter von 70 Jahren verstorben

Der frühere österreichische Fußball-Teamchef Alfred Riedl ist tot. Der Wiener verstarb in der Nacht auf Dienstag im Alter von 70 Jahren, wie der „Kurier“ auf seiner Website berichtete und der ÖFB der APA bestätigte. Riedl fungierte von 31. Oktober 1990 bis 9. Oktober 1991 als Nationaltrainer, in acht Länderspielen unter seiner Führung gab es einen Sieg, drei Remis und vier Niederlagen.

Nach seinem Abschied vom ÖFB arbeitete Riedl in Österreich noch für den Favoritner AC und Oberwart, ehe er sich fernab der Heimat einen Namen machte. Zunächst war Riedl in Marokko bei Olympique Khouribga und in Ägypten bei Al Zamalek engagiert, weitere Stationen waren unter anderem die Nationalverbände des Iran (als Sportdirektor) sowie von Liechtenstein, Vietnam, Palästina, Laos und Indonesien (jeweils als Teamchef).

Besonders im südostasiatischen Raum genoss Riedl hohe Popularität. „Wenn ich heute in Vietnam gehen würde, würden mich die Leute nach wie vor erkennen. Die schreien dir nach, auch in Indonesien ist das so, da kann man nicht normal auf die Straße gehen“, erzählte Riedl, dem 2007 von einem Vietnamesen eine Niere gespendet worden war, im vergangenen März der APA.

Als Spieler wurde er mit der Austria zweimal Meister (1969, 1970) und einmal Cupsieger (1971), ein weiter Cupsieg gelang mit dem GAK (1981). Dazwischen stürmte Riedl für St. Truiden, Royal Antwerpen und Standard Lüttich, 1975 sicherte er sich als Antwerpen-Profi den „Bronzenen Schuh“ für den drittbesten Torschützen Europas. Dass es Riedl nur auf vier Länderspiele brachte, lag auch an der damals mit Hans Krankl, Walter Schachner, Kurt Welzl oder Franz Oberacher hochklassigen Konkurrenz im Angriff.

Seit dem Abschied als indonesischer Teamchef 2016 arbeitete Riedl nicht mehr als Trainer. „Ich bin nicht der Ehrgeizler, der sagt, er will mit 75 noch auf der Bank sitzen. Das würde mir auch gar keinen Spaß machen. Da gehe ich lieber Golf spielen, wenn es mir wieder gut geht, und genieße das Leben, solange es geht“, sagte Riedl im vergangenen März und gestand damals auch, sein Gesundheitszustand sei „nicht so gut“.


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