Immobilien-Verkäufe sind trotz Corona-Krise gestiegen

Trotz Lockdown gab es laut Maklerverbund Remax eine Zunahme von Immo-Deals, Mieten und Betriebskosten wurden teurer.

Innsbruck – In den amtlichen Grundbüchern zeigen sich noch wenig Corona-Auswirkungen. Die Zahl der Immobilienverkäufe legte heuer im ersten Halbjahr gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 4,9 Prozent zu; das Transaktionsvolumen blieb mit 16,4 Mrd. Euro unverändert, auch wenn die Anzahl der Transaktionen bundesweit um rund 3100 gewachsen ist, wie der Maklerverbun­d Remax bekannt gab.

In Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol (+1,2 Prozent bei Verbücherungen) und Vorarlberg lagen die Verkäufe heuer zwischen Jänner und Juni dennoch vorerst sogar über der Vergleichs­periode im Rekordjahr 2018. Am höchsten war die prozentuelle Steigerung in Ober­österreich und in Salzburg.

Daraus zu schließen, dass Immobilien generell billiger geworden seien, „ist falsch“, betonte Remax-Österreich-Manager Anton Nenning. „Vielmehr ist die Anzahl der quasi kleinen Transaktionen gestiegen.“ So hätten sich in den vergangenen fünf Jahren die Verbücherungen von Parkplätzen beinahe versechsfacht. Aber auch Hausanteilsverkäufe haben laut Nenning fast um das Fünffache zugelegt, während Schwergewichte, wie zum Beispiel die Verkäufe von Zinshäusern und Zinshausanteilen, um ein Drittel eingebrochen sind. Generell sei ein massiver Rückgang bei Betriebsgebäuden und anderen Großinvestitionen festzustellen.

Insgesamt wurden 2020 bis Juni für 67.302 Immobilien neue Eigentümer verbüchert. Das waren auch um 3,7 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2018. „Die Verkaufszahlen haben im ersten Halbjahr 2020 in Summe zwar zugelegt, aber die drei wichtigsten Objektgruppen, nämlich Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser und Grundstücke, waren im ersten Halbjahr zusammen um 6,4 Prozent rückläufig“, relativierte Remax-Österreich-Chef Bernhard Reikersdorfer.

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Die tatsächlichen Auswirkungen von Covid-19 würden erst die Auswertungen für das Gesamtjahr zeigen. Die Wohnkosten steigen ungebremst. Unterdessen betrug im zweiten Quartal 2020 der Aufwand für Miete und Betriebskosten für Hauptmietwohnungen im bundesweiten Schnitt 8,3 Euro pro Quadratmeter, vor einem Jahr waren es 8 Euro – das entspricht einer Verteuerung um 3,75 Prozent. Die Nettomieten stiegen laut Statistik Austria von 5,9 auf 6,2 Euro. (APA)


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