Landertingers Dolomitenmann-Premiere: „Ich war gleich wieder fanatisch“

Tirols Ex-Biathlon-Star Dominik Landertinger gibt seine Premiere beim 33. Red Bull Dolomitenmann, der morgen unter strengen Corona-Auflagen stattfindet.

Dolomitenmann-Premiere für Dominik Landertinger: Wenige Monate nach seinem Rücktritt startet der 32-Jährige morgen im Berglauf.
© Landertinger

Von Roman Stelzl

Lienz – Nach 13 Jahren im Biathlon-Weltcup zog Dominik Landertinger im April einen Schlussstrich – doch wer denkt, ein Vollblut-Sportler wie der 32-jährige Tiroler Ex-Weltmeister legt danach den Schalter einfach so auf „Standby“, der irrt. Für ambitionierten Hobbysport konnte sich Landertinger noch nie begeistern – also musste eine Herausforderung her. Und was eignet sich da besser als der morgige 33. Red Bull Dolomitenmann in Lienz (Start 10 Uhr/TT.com-Ticker), der selbst erklärte Team-Bewerb für die „Härtesten unter der Sonne“?

„Als ich vor gut zwei Monaten erfahren habe, dass ich zum ersten Mal beim Dolomitenmann dabei sein kann, ist der Sportler in mir durchgekommen. Da war ich gleich wieder fanatisch“, erklärte der Mann für die großen Rennen, der binnen elf Jahren (2009 bis 2020) vier Olympia- sowie fünf WM-Medaillen geholt hatte. Halbe Sachen haben in diesem Repertoire keinen Platz – also schnürte Landertinger sogleich die Laufschuhe und machte den Wildseeloder, den Hausberg seiner Heimatgemeinde Fieberbrunn, unsicher. „Mir war wichtig, dass ich gut vorbereitet bin. Deshalb war gezieltes Training angesagt“, ergänzte der Familienvater und schmunzelt: „Nur leider bin ich für einen Bergläufer zu schwer.“

Das Wettkampfgewicht von 80 Kilogramm bei 1,88 Metern wäre dem muskelbepackten Athleten dann ein Schritt zu weit gewesen. Dennoch: Wenn es morgen von Lienz aus über 11,5 Kilometer und fast 1800 Höhenmeter hinauf zum Kühbodentörl (2441 Meter) geht, ist Landertinger topfit. Dort wird er als Teil des vier Mann starken „Wings for Life“-Teams an Paragleiter Wendelin Ortner übergeben. Snowboard-Weltmeister Benjamin Karl übernimmt dann mit dem Mountainbike, ehe Marcel Boder mit dem Kajak dran ist. Den Schlusspunkt setzen (als Neuerung heuer) erneut die Mountainbiker.

Ziel ist trotz starker Konkurrenz ein Spitzenplatz – für Landertinger selbst war aber schon die lang ersehnte Premiere ein hohes Ziel. „Ich wollte schon immer am Dolomitenmann teilnehmen, nur leider ging es sich nicht aus, weil es sich meistens mit den Sommer-Tests überschnitten hat“, sagt der WM-Dritte von 2020 und ergänzte: „Dass wir für den guten Zweck starten, macht die Sache noch wertvoller. Da musste ich nicht lange überlegen.“

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Änderungen wegen Corona-Bestimmungen

Länger überlegen mussten da schon die Organisatoren, wie der Dolomitenmann im Zeichen der Corona-Pandemie zu bewerkstelligen sein würde. Offiziell werden 577 Karten für Sitzplätze ausgegeben – gestartet wird nicht in der Innenstadt, sondern im Dolomitenstadion. Zudem wird es aufgrund der Einreisebestimmungen ein rein europäisches Teilnehmerfeld geben – insbesondere der Berglauf wird ohne Afrikas Top-Athleten auskommen müssen.

Trotz oder gerade wegen dieser Widrigkeiten will der Dolomitenmann heuer glänzen. „Dort, wo so viel stillsteht, haben wir den Mut und den Willen, den Dolomitenmann auszutragen“, sagt TVB-Obmann Franz Theurl. Auch das mediale Interesse soll wieder groß sein – besser gesagt noch größer als sonst.


Kommentieren


Schlagworte