Hahnenkammrennen ohne Zuschauer? Für die Kitz-Fans heißt es „Bitte warten“

Stand heute finden die 81. Hahnenkammrennen im Jänner ohne Zuschauer statt – Kartenvorverkauf erst einmal zurückgestellt. Chefvermarkter Weirather vergleicht Regierungsverordnung mit einem Schildbürgerstreich.

Ob im Jänner 2021 bei den Hahnenkammrennen Fans erlaubt sind, ist völlig offen.
© Böhm

Von Max Ischia

Kitzbühel – 35 Tage noch. Dann wird der alpine Ski-Weltcup in bester Tradition am Rettenbachferner eröffnet. Wie immer mit zwei Riesentorläufen. Und doch wird diesen Herbst hoch über Sölden vieles anders sein: keine Fans, keine Party, kaum Stimmung. So viel ist gewiss. Ansonsten krümmen sich um den Ski-Winter 2020/21 reichlich Fragezeichen. Sicher ist derzeit nur die Unsicherheit. Noch ist ungeklärt, wo die bereits abgesagten zehn Übersee-Rennen nachgetragen werden, ob der Weltcup verschlankt wird und Parallelbewerbe überhaupt stattfinden. Auch die angedachte Trennung von Speed- und Technikbereich sorgt für Diskussionsstoff. Und dass die Organisatoren der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo (8. bis 21. Februar), wie sie am Mittwoch im Rahmen eines Pressegesprächs versicherten, immerhin von 50.000 bis 60.000 Fans (statt der ursprünglich geplanten 120.000) ausgehen, wird in der Szene aufmerksam zur Kenntnis genommen. Mehr aber auch nicht. Zu unsicher scheint eine gegenwärtige Einschätzung für die Ist-Situation im Februar.

Das gilt freilich auch für die 81. Hahnenkamm-Rennwoche in Kitzbühel. Michael Huber, OK-Chef und Präsident des veranstaltenden Kitzbüheler Ski Clubs (KSC), verweist auf laufende Gespräche mit dem Ski-Weltverband (FIS) und dem Österreichischen Skiverband (ÖSV), stellt aber auch klar: „Stand heute würden wir ohne Zuschauer fahren.“ Der Kartenvorverkauf ist erst einmal bis Ende September zurückgestellt.

Harti Weirather (Chefvermarkter der HK-Rennen).
© thomas boehm

Was das Rennprogramm betrifft, soll in den kommenden 14 Tagen Klarheit herrschen. Huber ist guter Dinge, dass neben Super-G und Abfahrt auch der in Diskussion geratene Slalom im Programm bleibt. „Dafür haben wir uns vehement eingesetzt.“ Die für 18. Jänner geplante Europacup-Abfahrt auf der Streif wird es aber wohl ebenso wenig geben wie das inzwischen bereits legendäre Junior Race.

Chefvermarkter Harti Weirather, der mit seiner Firma WWP seit 23 Jahren die Fäden rund um den Hahnenkamm zieht, wollte sich zum Status quo nicht äußern: „Weil es derzeit keinen Sinn macht. Es ist noch so viel unklar.“ Und doch platzte es dann aus dem Abfahrtsweltmeister von 1992 heraus: „Die derzeitigen Verordnungen sind untauglich für den Wintersport. Da benötigt es dringend eine Anpassung. Es kann ja nicht sein, dass Fans nur mit zugewiesenen Sitzplätzen erlaubt sind. Skifahren findet nicht in einem Stadion, sondern auf dem Berg statt. Es kann nicht sein, dass Skifahrer entlang der Piste nicht ein Rennen verfolgen können. Das wäre ein Schildbürgerstreich.“

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