Steinbruchbetreiber in Wörgl flatterte seltener Specht ins Gutachten

Die Firma Mineral Abbau stößt bei der Erweiterung des Steinbruchs in Wörgl-Lahntal auf ein gefiedertes Hindernis: den Weißrückenspecht.

Der Steinbruch Lahntal soll größer werden.
© Otter

Von Wolfgang Otter

Wörgl – Es war eine große Überraschung. Besonders für die Mineral Abbau GmbH, die ein Teil des Strabag-SE-Konzerns ist. Anfang der Woche fand ein Behördenverfahren für die Erweiterung des Dolomitsteinbruchs im Wörgler Stadtteil Lahntal statt. Dabei ging es um die Genehmigung des Gesteinsabbaus. Die Gesellschaft musste zur Kenntnis nehmen, dass das Verfahren keine „gmahte Wies’n“ sein wird. Die Firma will sich nämlich in EU-geschütztem Lebensraum von seltenen Pflanzen und Tieren wie dem Weißrückenspecht breitmachen. So steht es zumindest in einem Gutachten des Sachverständigen, wie die Umweltanwaltschaft bestätigt. Daher, so Josef Kurasch, Zuständiger für Technische Leitung und Verkauf im Steinbruch, warte man auf die Verhandlungsniederschrift und werde dann beraten, wie man weitermache. Denn „das war eine echte Überraschung für uns“, kommentiert er das Gutachten.

Im Juni des Vorjahrs hatte die Mineral Abbau GmbH dem Gemeinderat das Projekt präsentiert. So ist beantragt, den bereits lange existierenden Steinbruch die kommenden 40 bis 50 Jahre nach Süden hin zu erweitern. Auf 3,7 Hektar sollen auf einer Seehöhe von 830 bis 680 Metern 2,8 Millionen Kubikmeter Material abgebaut werden. Zum Vergleich: Bislang sind rund 1,5 Millionen Kubikmeter gewonnen worden. Wobei man betonte, dass man keine Auswirkungen auf das Siedlungsbiet erwarte. Vorgesehen ist der Materialtransport über einen Sturzschacht, der 250 Meter lang wird. So wie derzeit sollen 20 bis 30 Lkw zum Abtransport fahren, und was Staub und Lärm anbelangt, gebe es laut Firma keine signifikanten Verschlechterungen. So weit die Angaben der Mineral Abbau GmbH.

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