Pandemie reißt Loch ins Budget des Krankenhauses in St. Johann

Im Bezirkskrankenhaus St. Johann wird ein Abgang von 4 Mio. Euro befürchtet. Paul Sieberer fordert deshalb Hilfe von Land und Bund.

Dem Krankenhaus St. Johann und damit den Gemeinden im Bezirk droht wegen der Covid-19-Pandemie ein großer Abgang.
© Angerer Harald

Von Harald Angerer

St. Johann i. T. – Die Zahlen des heurigen Jahres sind ernüchternd. Die Covid-19-Pandemie hinterlässt ihre Spuren auch in den Bezirkskrankenhäusern. Wochenlang war der Betrieb nur minimal möglich, dadurch mussten geplante Eingriffe, Untersuchungen usw. nach hinten verschoben oder abgesagt werden. „Langsam wird die Lage wieder etwas normaler“, schildert der Obmann des Krankenhausverbandes und Hopfgartens Bürgermeister Paul Sieberer. Doch die Spuren, welche die Pandemie hinterlassen hat, seien enorm.

„Vor einiger Zeit sind wir noch von einem Minus von sechs Millionen Euro im heurigen Jahr ausgegangen. Wir sind dabei, einiges aufzuholen, trotzdem rechnen wir derzeit mit einem Abgang von 4 Millionen Euro“, schildert Sieberer gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Man sei durch die Pandemie in ein tiefes Minus gefallen. Das Bezirkskrankenhaus hat die vergangenen Jahre sehr ausgeglichen bilanziert. Das wird sich heuer nicht mehr ausgehen. Träger des Verbandes sind die Gemeinden des Bezirks, sie müssen also auch für die Abgänge aufkommen. Das will Sieberer heuer aber so nicht akzeptieren. „Wir hoffen nun auf Unterstützung vom Land und auch vom Bund. Ich sehe nicht ein, dass diesen Abgang die Gemeinden tragen müssen“, gibt sich Sieberer kämpferisch. Denn der Abgang sei ausschließlich auf die Pandemie und die dadurch entstandenen Mindereinnahmen zustande gekommen. Auch die Aufwände wegen Covid-19 drücken auf die Kosten. So ist die Corona-Teststraße nach wie vor am BKH in St. Johann untergebracht. „Wir haben durch Corona deutliche Mehraufwände und weniger Einnahmen. Trotzdem ist es noch zu früh, um endgültig Bilanz zu ziehen“, sagt Sieberer. Es gelte aber auf jeden Fall um Geld zu kämpfen.

Sieberer betont auch, dass man ansonsten wieder nahezu im Normalbetrieb fahre. „Es muss niemand Angst haben, dass die medizinische Versorgung unter der Pandemie leidet. Hier wird ausgezeichnet gearbeitet“, betont der Verbandsobmann und hofft für die Gemeinden im Bezirk auf einen möglichst normalen Herbst.


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