Pompeo verdächtigt im Fall Nawalny russische Regierung

Der Giftanschlag auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist nach Einschätzung von US-Außenminister Mike Pompeo wahrscheinlich von „hochrangigen“ Mitgliedern der russischen Regierung angeordnet worden. Es gebe eine „erhebliche Wahrscheinlichkeit“, dass hohe Regierungsmitarbeiter hinter dem Anschlag steckten, sagte Pompeo. Es habe sich um den Versuch gehandelt, „einen Dissidenten zu vergiften“.

Die G7-Staaten, zu denen die USA wie auch Deutschland gehören, hatten am Dienstagabend schnellstmögliche Aufklärung von Russland über den Fall verlangt. Moskau müsse „dringend“ die Täter hinter der „bestätigten Vergiftung“ der Justiz übergeben, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der G7-Außenminister. Russland müsse „volle Transparenz schaffen, wer verantwortlich ist“. Jede Nutzung chemischer Waffen sei „inakzeptabel“.

Nach Angaben der deutschen Regierung ist „zweifelsfrei“ erwiesen, dass der 44-jährige Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Russland mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der sogenannten Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Moskau wies jedoch jede Schuld an dem Gesundheitszustand des Oppositionellen zurück, der in der Berliner Universitätsklinik Charité behandelt wird.

Des Weiteren wurden die Schutzvorkehrungen für den kürzlich aus dem Koma erwachten Nawalny einem Bericht zufolge verschärft. Die Anzahl der eingesetzten Beamten sowie die Kontrolldichte Charité seien erhöht worden, berichtete das Magazin „Spiegel“ am Donnerstag. Damit werde deutlich, dass die Polizei in Berlin weiteren Attentatsversuchen vorbeugen wolle, hieß es. Demnach soll Nawalny nun auch direkt in der Berliner Klinik bewacht werden, in der er seit dem 22. August behandelt wird.

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Der Kreml wies die schweren Vorwürfe aus den USA indes scharf zurück. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Donnerstag in Moskau, „jede direkte oder indirekte Andeutung einer Verwicklung russischer Regierungsvertreter in diese Affäre“ sei inakzeptabel“.

Die die russische Justiz hat aber nach Angaben der Nawalny-Mitstreiter in Russland bisher keinerlei Ermittlungen dazu eingeleitet. Nach Darstellung Moskaus sollen bei der zunächst zweitägigen Behandlung und Untersuchung Nawalnys im Krankenhaus im sibirischen Omsk keine Spuren von Gift in dessen Körper gefunden worden sein. Deshalb forderte der Kreml von Berlin am Donnerstag erneut, alle Beweise für die angebliche Vergiftung Nawalnys vorzulege.


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