Corona-Lockdown: Mit einem Schlag brach Jobmarkt in Tirol ein

Die Corona-Krise wirbelte den Arbeitsmarkt zwischen Februar und Juli auf, analysiert das Tiroler AMS.

Im März und April wurden in Tirol 3361 Kellner arbeitslos.
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Innsbruck – Innerhalb weniger Tage hat Mitte März die Coronavirus-Krise den Tiroler Arbeitsmarkt „mit voller Wucht“ getroffen und „alle bisherigen Dimensionen gesprengt“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Tiroler Arbeitsmarktservice (AMS). Durch den Lockdown gegen die gesundheitlichen Folgen der Pandemie habe sich die Zahl der beim AMS Tirol als arbeitslos vorgemerkten Personen in nur einem Monat verdreifacht.

Tirol ist stark von Tourismus geprägt und habe daher einen überdurchschnittlich dynamischen Arbeitsmarkt. Diese Dynamik habe sich durch die frühzeitig beendete Wintersaison beschleunigt: Insbesondere in der zweiten Märzhälfte 2020 waren in Tirol 32.548 Personen beim AMS gemeldet. Knapp die Hälfte davon (48,4 Prozent) haben ihren Job in der Hotellerie oder Gastronomie verloren. Zum Vergleich: In den Jahren 2010 bis 2019 habe der Zugang in die Arbeitslosigkeit branchenübergreifend durchschnittlich lediglich 7713 betragen. Der Höchststand der Arbeitslosigkeit wurde am 15. April erreicht – 45.782 Personen waren arbeitslos gemeldet. Kellner, Zimmermädchen und Köche sind besonders häufig arbeitslos geworden.

Österreichweit finden sich die sechs Bezirke mit dem stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit (im Juli 2020 im Vergleich mit dem Vorjahresmonat) in Tirol. Im Bezirk Imst stieg die Arbeitslosigkeit um 136 Prozent, gefolgt von Landeck (plus 125,2 Prozent) und Schwaz (plus 106,4 Prozent). Damit liegt in Tirol auch knapp viereinhalb Monate „nach dem Corona-Schock“ mit plus 85 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau.

Frauen sind von der Corona-Krise am Tiroler Arbeitsmarkt stärker betroffen als Männer. Diese wurden durch die Kurzarbeit, besonders in der Industrie, auch stärker vor Arbeitslosigkeit bewahrt. Durch die Corona-Kurzarbeit konnten zwar Tausende Arbeitsplätze gerettet werden, die Auswirkungen seien trotzdem „historisch“. Es sei zu befürchten, dass die Langzeitarbeitslosigkeit deutlich steigen wird, heißt es. (ritz)


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