Tirol muss sich für Herbst rüsten: Dringend Amtsärzte gesucht

In Stelleninseraten geht das Land Tirol auf Amtsärztesuche für die Tiroler Bezirke. Man bereitet sich damit auf die „großen Herausforderungen“ im Corona-Herbst vor.

Elf ärztliche Planstellen sind an den Bezirkshauptmannschaften ausgeschrieben.
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Von Brigitte Warenski

Innsbruck – Die Corona-Ampel ist in drei der neun Tiroler Bezirke seit Freitag auf „Gelb“ geschaltet. Die Covid-Fallzahlen steigen täglich, die Zeit der respiratorischen Infekte rückt näher. Tirol mit den österreichweit meisten „gelben“ Bezirken muss sich besonders dringend bei den Amtsärzten für den Herbst und Winter rüsten.

In Inseraten sucht die Landesregierung derzeit nach Ärzten und Ärztinnen in acht von den neun Tiroler Bezirken. „Der angelaufene Herbst und der kommende Winter werden die Gesundheitsbehörden vor große Herausforderungen stellen“, begründet Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabes des Landes Tirol, die Personalaufstockung. Derzeit sind tirolweit 29 Amtsärzte im Dienst, weitere sollen nun angestellt werden. „Insgesamt sind an den Bezirkshauptmannschafen elf Planstellen ausgeschrieben. Diese umfassen zehn Teilzeitbeschäftigungen und eine Vollzeitstelle“, so Rizzoli. Das Referat Gesundheitswesen der Stadt Innsbruck schaltet zwar keine Stelleninserate, „sucht aber nach weiterer Verstärkung“, sagt Referatsleiter Hans-Peter Rammer. Derzeit arbeiten dort sechs Amtsärzte in Teilzeit und fünf Epidemieärzte, „die ausschließlich zur Bewältigung von Covid-19 angestellt wurden“.

„Die Gesundheitsbehörden werden zudem durch Assistenzkräfte des Bundesheers unterstützt", sagt Elmar Rizzoli
 (Corona-Einsatzstableiter).
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Mit den gesetzten Maßnahmen sei man gut aufgestellt, erklärt Rizzoli. „Die Entscheidung, zusätzliche Amtsärzte einzustellen, fußt auf einem Regierungsbeschluss der Tiroler Landesregierung. Es geht dabei darum, dass die Strukturen der Gesundheitsbehörden auch in den Bezirkshauptmannschaften hochgefahren und personell bestmöglich verstärkt werden.“

Die Besetzung der Stellen erfolgt laut Rizzoli mit „sofortiger Wirksamkeit“. Der Aufgabenbereich der Amtsärzte umfasst unter anderem Impfungen, Beratungstätigkeiten und die Interventionsepidemiologie – „also die Seuchenbekämpfung und das Setzen von Maßnahmen zur Eindämmung und in weiterer Folge Verhinderung von Epidemien sowie medizinisch-fachliche Aufsichtstätigkeiten. Eine weitere zentrale Aufgabe ist die gutachterliche Tätigkeit für die Behörden.“ Corona-Testungen (PCR-Tests) führen die Amtsärzte selber nicht aus, „diese werden über die telefonische Gesundheitsberatung 1450 disponiert“, so Rizzoli. Dazu vergibt das Land Tirol insgesamt 30 Verwaltungspraktika an Personen, „die sich derzeit beispielsweise in einer passenden Ausbildung an den Tiroler Universitäten bzw. der Medizinischen Universität, der UMIT, der Fachhochschule Gesundheit oder dem MCI befinden oder eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen haben“. Die Praktikanten können laut Rizzoli die Behörden entlasten und mithelfen, „beispielsweise was das aufwändige Contact-Tracing betrifft, und damit das Land Tirol und die Bevölkerung während der kommenden herausfordernden Monate unterstützen“.

Als dritte personelle Maßnahme im Gesundheitsbereich werden „zudem die Gesundheitsbehörden durch Assistenzkräfte des Bundesheers unterstützt“, erklärt Rizzoli.


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