Neue Initiative: „Religionsunterricht ist moderner als gedacht“

Die Diözese will mit einer Kampagne und originellen Fragen zeigen, wie zeitgemäß und bedeutsam der Religionsunterricht ist.

Bischof Hermann Glettler freut sich über die Kampagne.
© Fankhauser

Innsbruck – Der katholische Glaube ist zwar alt, aber deswegen muss der Religionsunterricht noch lange nicht verstaubt oder altbacken sein – das will die Diözese nun mit einer neuen Kampagne aufzeigen. „Die Öffentlichkeit hat teils ein missverständliches Bild vom katholischen Religionsunterricht. Wir wollen seine Bedeutung hervorheben und zeigen, wie zeitgemäß der Unterricht ist“, sagt Maria Plankensteiner-Spiegel, Schulamtsleiterin der Diözese Innsbruck.

Dazu wurden österreichweit unter den Schülern Fragen gesammelt. Was beschäftigt die Kinder? Worauf wissen sie keine Antwort? Laut Plankensteiner-Spiegel kam eine beachtliche Sammlung zusammen. Sechs Fragen wurden ausgewählt und machen nun auf (digitalen) Plakaten auf die Kampagne aufmerksam. „Die teils unterschiedlichen und individuellen Antworten der Religionslehrer haben wir online gestellt“, erklärt sie. Unter www.mein-religionsunterricht.at kann man reinlesen.

"Religionsunterricht ein wichtiger Teil des Schulalltags"

Bischof Hermann Glettler hat vor allem die Frage eines jungen Mädchens beeindruckt: „Mag Gott mich immer?“, wollte es wissen. „Ich glaube, ja“, sagt Glettler mit einem genauso verschmitzten Grinsen wie das Mädchen. „Da geht es um Selbstwert, versagen dürfen, trotzdem wieder neu starten können und die Liebe Gottes“, sagt Bischof Glettler. Für ihn ist der Religionsunterricht ein wichtiger Teil des Schulalltags und der Bildung. Es gehe nämlich nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um „Herzensbildung“. Der Religionsunterricht biete einen offenen Raum, wo über alles Mögliche wertschätzend diskutiert wird, wo das Miteinander im Vordergrund steht, der schulische Alltag und Lerndruck eine Pause machen und die Vielfalt sowie unterschiedliche Weltanschauungen der Schüler reflektiert werden.

„Es geht darum, Einsichten, Verständnis und differenziertes Bewusstsein gegenüber den eigenen religiösen Überzeugungen und jenen anderer zu wecken“, erklärt Religionslehrerin Anna Kraml. Im Unterricht können die Kinder Fragen auf den Grund gehen, wie etwa, was Freiheit bedeutet, was passiert, wenn die erste große Liebe scheitert oder wie man mit gesellschaftlichen Entwicklungen umgeht. „Und das gehen wir auch modern an und drehen z. B. Tik-Tok-Videos“, verrät Kraml.

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Eine Frage hat in der Sammlung für die Kampagne übrigens alle überrascht: „Ist Gott manchmal müde?“ Und ja, auch Gott ruht einmal. (emf)


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