Corona beschert den Tiroler Freibädern ein sattes Minus

Bäderbetreiber sprechen dennoch davon, mit einem „blauen Auge“ davongekommen zu sein. Sorgen bereitet nun die Hallenbad-Saison.

Sitzen in einem Boot: Berufsgruppenobmann Ulrich Mayerhofer, Barbara Traweger-Ravanelli (IMAD), Patrick Rauter, Nachfolger des scheidenden Fachgruppengeschäftsführers Bernhard Wanner (v. l.).
© WK Tirol

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck –Es ist ein dickes rotes Minus, das die heimischen Bäderbetreiber nach Ablauf dieser Sommersaison wegstecken müssen. Konkret geht es um 2,86 Millionen Euro, die heuer weniger eingenommen wurden – das entspricht einem Rückgang von 18,7 Prozent im Vergleich zu 2019. Der Umsatz liegt bei 12,4 Millionen Euro, rund 2,2 Millionen Eintritte wurden verbucht – um elf Prozent weniger als im Vorsommer.

Von einem völligen Schlag ins (Bade-)Wasser wollen die Bäderbetreiber angesichts der Zahlen in der Corona-Badesaison dennoch nicht sprechen. „Ich würde sagen, dass wir mit dem berühmten blauen Auge davongekommen sind“, sagt Bernhard Wanner, Wirtschaftskammer-Fachgruppengeschäftsführer der Tiroler Bäder mit Verweis auf die Schreckensszenarien, die zu Beginn der verkürzten Badesaison durchgespielt worden waren. „Da muss man dann schon sagen: Gott sei Dank sind es nur minus 18,7 Prozent geworden.“

Grundsätzlich zufrieden

Während vor allem die Erlebnisbäder mit ihrem Hallenbecken- und Saunaangebot die größten Umsatzrückgänge verzeichneten, fielen diese bei den Frei-, Natur- und Seebädern moderat aus. Am Innsbrucker Baggersee wurden sogar um 20 Prozent mehr Eintritte registriert als noch im Jahr zuvor. Wanner und Berufsgruppenobmann Ulrich Mayerhofer gehen davon aus, dass hier das Sicherheitsgefühl der Badegäste in den weitläufigen Anlagen mit der Möglichkeit, Abstände leichter einzuhalten, ausschlaggebend war.

Grundsätzlich zufrieden zeigen sich die Verantwortlichen mit den Abläufen in den Bädern. Aufgrund des verregneten Juni – die Badesaison startete heuer am 29. Mai – und des wechselhaften Sommers sei der Andrang auf die Freibäder nie so groß gewesen, dass sich lange Warteschlangen gebildet hätten. Zudem mussten keine Badegäste abgewiesen werden. Auch die vorgeschriebenen sechs Quadratmeter Wasserfläche pro Badegast konnten eingehalten werden, dennoch gab es da und dort Beschwerden über rücksichtslose Badegäste. „Grundsätzlich hat aber der Appell an den Hausverstand der Tiroler gut funktioniert“, betont Wanner.

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Unsicherheit über kommende Hallenbad-Saison

Laut einer von IMAD durchgeführten Umfrage hielten fast 89 Prozent der Befragten die Vorkehrungen und Hygieneregeln für gerechtfertigt. 36 Prozent haben aufgrund der Corona-Maßnahmen weniger oft als in anderen Sommern ein Freibad besucht. Vor Beginn der Badesaison hatten noch 43 Prozent der Befragten angegeben, ihre Besuche einschränken zu wollen. Zwei Drittel begründeten das mit der Sorge, dass sich andere Badegäste nicht an die Corona-Vorschriften halten würden, rund die Hälfte hatte Angst vor einer Ansteckung. 90 Prozent der Befragten, die heuer Badeanlagen besucht haben, haben sich sicher gefühlt.

Unsicherheit herrscht hingegen bei den Bäderbetreibern, was die anstehende Hallenbad-Saison angeht. Noch sei nicht klar, wie sich die Farben der Corona-Ampel auf die Bäder auswirken werden. Der Betrieb von Bäder- und Saunaanlagen mit limitierter Gästeanzahl werde jedenfalls eine größere Herausforderung als der heurige Sommer, so Wanner.


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