brut Wien bekommt eigenes Theater in St. Marx

Die langfristige Zukunft des Wiener Koproduktionshauses brut ist gesichert. Die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) stellte am Freitag die Pläne für „ein Haus für die freie Szene“ in Wien-Landstraße vor. Das ehemalige Bankhaus St. Marx soll um 6,9 Mio. Euro renoviert werden, die Fertigstellung - und somit der Einzug des brut Wien - ist für 2024 geplant.

Das von Kira Kirsch geleitete brut Wien hatte im Zuge der Sanierung des Wiener Künstlerhauses durch die Haselsteiner Familienstiftung seine Spielstätte verloren, da der Renovierungsbeitrag von 5 Mio. Euro nicht aufgebracht werden konnte. Das nunmehr von der Stadt Wien auserkorene Gebäude füge sich ideal in den entstehenden Kultur- und Mediencluster St. Marx ein, wie es am Freitag bei einer Pressekonferenz hieß. Das Gebäude sei von seiner Grundstruktur „bestens“ für die Umwandlung in ein Theater geeignet und bleibe als historisches Objekt dem Stadtbild Wiens langfristig erhalten. Das Objekt ist und bleibt im Eigentum der Stadt Wien, die Finanzierung der Sanierung werde von der Stadt gesichert. Das Objekt soll brut im Rahmen der Förderzusage zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

Zur Verfügung stehen künftig 1.800 Quadratmeter, also um 700 mehr als im Künstlerhaus. Das Gebäude verfügt über einen eigenen Gastronomie- sowie Proben-, Verwaltungs- und Lagerbereich. Diese Flächen werden von einem großzügigen Foyer, einer Besucherterrasse sowie einer hauseigenen Werkstatt ergänzt. Die Baumaßnahmen umfassen unter anderem die Sanierung der Gebäudehülle, die Erneuerung der Heizungs-, Kühlungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen sowie sämtlicher Elektroanlagen, Errichtung barrierefreier Zugänge, Brand- und Lärmschutzmaßnahmen.

Bis es soweit ist, findet das brut Wien ab März 2021 nach mehr als drei „nomadischen Spielzeiten“, wie brut-Chefin Kira Kirsch sagte, Unterschlupf in einer Fabrikshalle in der Nordwestbahnstraße. „Mit dem heutigen Tag hat ein wahrlich schwieriges Kapitel einer Ortssuche sein Ende gefunden“, freute sich Kaup-Hasler.


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