Ischgler Altbürgermeister Erwin Cimarolli per E-Bike auf Goethes Spuren

Der Ischgler Altbürgermeister Erwin Cimarolli entdeckte „Goethe-Hommage“ vor allem im Raum Gardasee.

Biker Erwin Cimarolli am fast menschenleeren Petersplatz.
© Cimarolli

Ischgl, Rom – Zehn Tagesetappen, 1143 Kilometer: Das sind die Eckdaten einer besonderen E-Bike-Tour von Ischgl nach Rom. Altbürgermeister Erwin Cimarolli hat bei diesem Abenteuer kürzlich Spuren des Dichterfürsten Goethe erkundet (Italienische Reise, September 1786 bis Mai 1788). Aber auch der alte Pilgerweg Via Francigena mit dem Ziel St. Peter in Rom hat ihn neugierig gemacht.

Einen Motivationsschub gab dem 78-Jährigen die aktuelle Goethe-Sonderausstellung im Ferdinandeum. „Er war mehr als eineinhalb Jahre mit der Kutsche unterwegs. Aber so viel Zeit habe ich nicht“, bemerkte der begeisterte E-Biker beim Treffen mit Museumsdirektor Peter Assmann. Das Ferdinandeum-Team freue sich, dass ein „Goethe- Botschafter diese ungewöhnliche Tour macht“ und damit auch „für gute Nachrede über unsere Ausstellung sorgt“, hob Assmann hervor. „Goethe ist für mich auch ein Tourismus­pionier“, stellte Cimarolli fest, nachdem er sich in die Literatur zur Italienischen Reise eingelesen hatte. „Er konnte sich seinen kulturellen Interessen widmen und sich Urlaub in einer Zeit leisten, in der Urlaub unbekannt war.

Verabschiedung beim Landesmuseum Ferdinandeum: Direktor Peter Assmann (l.) bedankte sich für die „Goethe-Mission“ von Erwin Cimarolli.
© Wenzel

Am Gardasee ist der Dichterfürst fest im Bewusstsein der Region verankert.“ Davon habe er sich u. a. beim Besuch der Goethe-Ausstellung in Riva del Garda überzeugen können. Das Denkmal in Torbole hat er ebenso besichtigt wie das Goethe-Zimmer in Malcesine. „Seine Reise ist oft minutiös dokumentiert. Einheimische wissen das.“ Bekannt ist, dass Goethe das malerische Dorf Torbole am 13. September 1786 um 3 Uhr in der Früh im Boot mit zwei Ruderern verlassen hat, um nach Verona zu kommen. Als er das Schloss Malcesine sah, fertigte er eine Skizze an und hielt im Tagebuch fest: „Das Schloss, das am Wasser liegt, ist ein schöner Gegenstand. Heute im Vorbeifahren nahm ich eine Idee davon mit.“

In Rom angekommen, traf Cimarolli auf dem fast menschenleeren Petersplatz ein. Der Pilgerbeauftragte Monsignore Giorgo Pren stellte ihm die Urkunde mit einem handschriftlichen Begleitschreiben aus: Cimarolli habe „einen wertvollen Beitrag zur Vertiefung und Aktualisierung der berühmten Goethe-Reise geleistet“. (hwe)


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