Gesund in Quarantäne: Tiroler Familie wehrt sich, Fall liegt bei Landesvolksanwalt

Ein falsch positiver Test bescherte einer fünfköpfigen Familie tagelange Quarantäne. Ärztekammer fordert Umdenken.

In manchen Bezirken kontrolliert die Polizei, ob die Quarantäne auch eingehalten wird.
© iStock

Von Anita Heubacher

Innsbruck – Eigentlich wollte eine fünfköpfige Familie aus dem Unterland ihren Urlaub in Italien antreten. Den ersten in diesem Jahr, nachdem zwei andere storniert werden mussten. Stattdessen kam alles anders. Die 15-jährige, symptomfreie Tochter unterzog sich einem Corona-Test auf freiwilliger Basis. Die Firma, in der sie eine Lehr­e beginnen wollte, hatte das Angebot gemacht. Der Test war mit einem niedrigen Wert positiv. Dem Laborbefund folgte der Bescheid der Bezirkshauptmannschaft.

Mutter, Vater und zwei Kleinkinder wurden als Kontaktpersonen der Kategorie 1 identifiziert. „K1“ ist, wer sich länger als 15 Minuten in einem geschlossenen Raum und in weniger als zwei Metern Entfernung zu einem positiv Getesteten aufgehalten hat.

Das ist innerhalb eines Haushalts unumgänglich. Alle fünf Familienmitglieder mussten in Quarantäne, die 15-Jährige sollte ihr Zimmer nicht mehr verlassen. „Das Essen mussten wir ihr vor die Zimmertür stellen“, erzählt die Mutter. Die zwei Kleinkinder konnten weder im Hof spielen, noch durften die Eltern mit ihnen spazieren gehen. „Wir konnten nicht einmal in den Keller, um uns etwas aus unserer Gefriertruhe zu holen.“ Ihr Mann habe nicht mehr zur Arbeit fahren dürfen. Und das, obwohl die Tests für Vater, Mutter und die zwei Kleinkinder negativ waren.

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