Notburga-Sonntag in Eben: Heilige als Vorbild im Heute

Statt traditioneller Söllerpredigt in Eben gabe es einen Festgottesdienst am Platz vor Mesnerhaus.

Erzabt Korbinian Birnbacher (links) und Pfarrprovisor Gabriel Thomalla feierten am Notburga-Sonntag in Eben den Festgottesdienst.
© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Eben a. A. – „Mit ihrem christlichen und selbstbewussten Lebenszeugnis ist Notburga eigentlich eine sehr moderne Frau und Heilige“, meinte Erzabt Korbinian Birnbacher vom Stift St. Peter in Salzburg als Festprediger am Notburga-Sonntag in Eben. Die Wetterlage erlaubte einen Gottesdienst im Freien, sodass etliche Helfer rasch auf die neue Situation reagieren mussten. An die 200 Gläubige kamen zum Gottesdienst vor dem Mesnerhaus, darunter auch die Schülerin Ilvy Traar, die die Tracht der Tiroler Heiligen trug.

„Vielleicht mag man es ja nicht glauben, dass die Sichel im freien Raum der Luft stehen bleibt. Aber es ist im übertragenen Sinn ein Ausrufezeichen, das sagt: Stopp, hier ist eine Grenze überschritten!“, stellte der Prediger in Hinblick auf das oft zitierte Sichelwunder nach dem Feierabendläuten fest. Die Geschichte von Notburga sei nicht nur eine fromme Legende aus der bäuerlichen Vergangenheit Tirols, sondern auch eine Geschichte des Evangeliums und eine Erzählung von uns gegenwärtigen Menschen.

„Wir tun einander leider nicht immer nur Gutes. Die Starken erproben die Macht an Schwachen, die Wissenden manipulieren die Unwissenden und die in Recht und Gesetz Bewanderten – die Besserwisser und Schlaumeier – nutzen ihren Informationsvorteil oft zu Lasten der Hilflosen und Schwachen“, stellte Erzabt Birnbacher fest. Beeindruckt war er von der Visite im Notburgamuseum mit Josef Schwaninger, der auf viele Kostbarkeiten aus Jahrhunderten verwies.

TT-ePaper gratis testen und eine von fünf Snow Cards Tirol gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Kommentieren


Schlagworte