Wipptaler Fusionsweg: Applaus für Matrei, Mühlbachl und Pfons

Die drei Gemeinden ernten Lob von Gemeindechef Ernst Schöpf. Andere Wipptaler Gemeinden wollen von einer Fusion aber nichts wissen.

Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf ist überzeugt davon, dass Fusionen kleinerer Gemeinden für die Bürger Vorteile bringen.
© Andreas Rottensteiner

Von Denise Daum

Matrei, Vals, Gschnitz – Lediglich neun Gemeindefusionen wurden in Tirol seit dem Kriegsende 1945 durchgeführt. Die für das Jahr 2022 geplante Zusammenlegung von Matrei, Mühlbachl und Pfons ist also so etwas wie eine Jubiläumsfusion. Darüber hinaus gilt sie als Vorzeigeprojekt. Bei der Volksbefragung am Sonntag sprach sich in allen drei betroffenen Gemeinden eine klare Mehrheit für die Fusion aus, die TT berichtete.

Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf lobt den Wipptaler Weg und hofft auf Nachahmer. Er betont aber im selben Atemzug, dass man von Zwangsfusionen unbedingt die Finger lassen sollte. Die zwangsweise Zusammenlegung der Tourismusverbände in den frühen 2000er-Jahren habe für viel Missmut gesorgt, führt Schöpf als Negativ-Beispiel an. Gleichzeitig stellt er klar, dass Fusionen gerade bei kleineren Gemeinden, die die wachsenden Herausforderungen und ständig zunehmenden Aufgaben kaum noch bewältigen könnten, durchaus Sinn machten und für die Bevölkerung Vorteile brächten. Die Wipptaler Gemeinden hätten gezeigt, wie man es richtig angeht. „Zuerst die Kooperationen immer weiter ausbauen, dann die politischen Mandatare überzeugen und schließlich die Bevölkerung offen und transparent informieren und aufklären. Für so einen Prozess muss man sich Zeit nehmen“, so Schöpf. Gerade im Zillertal oder im Außerfern würden sich einige Gemeinden für eine Zusammenlegung anbieten.

Mühlbachls Bürgermeister Alfons Rastner erklärte am Sonntag, dass es mehrere geeignete Kandidaten in Tirol für eine Fusion gebe – auch im Wipptal. Konkrete Gespräche dazu gibt es in den umliegenden kleineren Gemeinden aber nicht. „Nein, zwischen Gschnitz und Trins ist das eigentlich kein Thema“, sagt Christian Felder, Bürgermeister von Gschnitz. „Jetzt sollen es Matrei, Mühlbachl und Pfons mal vormachen. Wenn das gut funktioniert, ist es vielleicht nachahmenswert.“

„Nein, wir haben nie darüber gesprochen“, sagt Klaus Ungerank, Bürgermeister von Vals. Eine Fusion mit dem Nachbarort Schmirn sei aber nicht per se auszuschließen.


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