Erdogan warnt Macron vor Einmischung im Gasstreit

Im Streit um türkische Erdgaserkundungen im östlichen Mittelmeer hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Kritik von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an seiner Politik zurückgewiesen und ihn vor Einmischung gewarnt. „Legen Sie sich nicht mit dem türkischen Volk an, legen Sie sich nicht mit der Türkei an“, sagte Erdogan am Samstag in Istanbul an Macron gerichtet.

„Herr Macron, Sie werden noch viel mehr Probleme mit mir haben“, sagte der türkische Staatspräsident bei einer Gedenkveranstaltung zum 40. Jahrestag eines Umsturzversuches in der Türkei.

Macron hatte zuvor am Donnerstag gesagt, die Türkei sei seiner Ansicht nach kein Partner mehr in der Mittelmeerregion. „Unsere roten Linien sind einfach der Respekt vor der Souveränität eines jeden europäischen Mitgliedstaates, die Achtung des Völkerrechts“, sagte Frankreichs Staatschef auf der Mittelmeerinsel Korsika bei einem informellen Gipfeltreffen von Staats- und Regierungschefs aus sieben südlichen EU-Staaten - darunter Griechenland.

Macron kritisierte das Verhalten Erdogans im Libyen-Konflikt und die Erdgaserkundungen der Türkei im östlichen Mittelmeer als „inakzeptabel“. Griechenland und Zypern sind der Ansicht, dass die Bohrungen in ihren Seegebieten erfolgen und damit illegal sind. Das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ hielt sich am Samstagnachmittag zunächst noch immer vor der Küste Zyperns auf, obwohl es die Gewässer eigentlich am Samstag verlassen sollte.

Inmitten der Spannungen mit der Türkei kündigte Griechenland Rüstungskäufe und eine Aufstockung der Streitkräfte an. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sagte am Samstag, sein Land werde neben 18 französischen Kampfjets vom Typ Rafale auch Fregatten und Hubschrauber bestellen.

Zudem sollten 15.000 neue Soldaten angeheuert werden und die nationale Verteidigungsindustrie gestärkt werden. Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer streitet Ankara mit Griechenland und Zypern um deren Ausbeutung. Die NATO-Partner Türkei und Griechenland haben ihren Anspruch durch die Entsendung von Kriegsschiffen untermauert.


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