Millionen Menschen zu Regionalwahlen in Russland aufgerufen

Inmitten einer wachsenden Proteststimmung in Russland werden am Sonntag neue Gouverneure und Regionalparlamente gewählt. Die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest - auch mit Blick auf die Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny. Millionen Menschen sind am Hauptabstimmungstag in nahezu allen Gebieten des flächenmäßig größten Landes der Erde zur Stimmabgabe aufgerufen.

Mehr als 9.000 verschiedene Wahlen gibt es. Viele Wahllokale haben bereits seit Freitag geöffnet. Mit Spannung wird dabei erwartet, wie die Regierungspartei Geeintes Russland abschneidet.

Für den Kreml besonders wichtig ist die Wahl neuer Gouverneure, die in 18 Regionen abgehalten wird. In elf weiteren Regionen stimmen die Menschen über eine neue Zusammensetzung lokaler Parlamente ab. In 22 Städten stehen Stadtratswahlen an. In anderen Gebieten stellen sich Abgeordnete der Staatsduma und Bürgermeister zur Wahl.

Die Wahl steht vor allem unter dem Eindruck der Vergiftung Nawalnys. Der Oppositionelle wird bereits seit drei Wochen in der Berliner Universitätsklinik Charité behandelt. Sein Team wirbt für eine „kluge Abstimmung“. Die Wähler sollen demnach für beliebige Kandidaten stimmen - nur nicht für die der Kremlpartei. So soll deren Machtmonopol gebrochen werden. Beobachter beklagten, dass wegen Corona-Einschränkungen kaum ein Wahlkampf möglich gewesen sei.


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