Ein herausfordernder Start in Tirol: Wenn Corona Schule macht

Für über 95.000 Kinder wird es ernst. Die Schule geht wieder los. Den allerersten Schultag werden dabei heute 8290 Kinder haben. Sie beginnen in einer ganz besonderen Phase ihre Schullaufbahn. Denn in der Schultüte finden sie auch einen Mund-Nasen-Schutz. Der ist außerhalb des Klassenverbandes verpflichtend. Für über 10.550 Lehrer wird das neue Schuljahr ebenfalls eine Herausforderung. Angesichts der steigenden Infektionszahlen steht nicht nur die Hygiene auf dem Stundenplan, sondern es muss auch mit ständig neuen Vorgaben gerechnet werden. Die Schulen zeigen sich gerüstet

Der Mund-Nasen-Schutz gehört für die 95.000 Tiroler Schüler ab heute wieder zum Alltag.
© iStockphoto

Innsbruck – Es ist ein trauriger Schulstart für einige betroffene Kinder im Zillertal. Sie müssen heute – und die ganze erste Woche – daheimbleiben. Der positive Test eines Badewarts am Fichtsee macht das notwendig. Jene Kinder, denen der Mann beim Anlegen der Schwimmwesten am 8. September geholfen hat, sind als Kontaktpersonen eingestuft und ihnen ist durch die BH der Schulbesuch untersagt. Für alle anderen 95.000 Schulkinder und ihre Lehrer geht es heute aber los.

In allen Schulen ging es in den vergangenen Tage schon rund. Neben den Lehrfächerverteilungen gab es auch Corona-Krisensitzungen. Bernhard Egger leitet die Volksschulen Weißenbach und Ehenbichl mit insgesamt 90 Schülern. Wäre das nicht schon als großes Aufgabenfeld genug, kommen noch die Corona-Maßnahmen hinzu.

Alles dreht sich um drei Schwerpunkte:

  • Abstand,
  • Mund-Nasen-Schutz,
  • frische Luft

„Das Prinzip heißt nun ,ein Platz, ein Schüler"

Mehr Abstand unter den Schülern werde erreicht, indem die Schulöffnung am Morgen fließend verläuft, also die Ankunftszeit der Schüler entzerrt wird. „Nicht mehr alle werden um Punkt drei viertel acht gemeinsam ins Schulhaus drängen.“ Die Durchmischung und Verschränkung der Schüler nach Themen, Schulstufen, Neigungen, Altersstufen werde zurückgefahren. „Das Prinzip heißt nun ,ein Platz, ein Schüler‘“, klärt Egger auf. Die Ansteckungswahrscheinlichkeit soll so minimiert werden. Damit einher gehe auch eine konservativere Pädagogik, der Frontalunterricht erlebe ein Comeback.

Die Schulleiter seien gefordert. Ständig ändert sich etwas. „Zweimal Stoßlüften pro Stunde, auch im Winter – darauf werden wir uns einstellen müssen.“ Gerade erst seien die Direktoren des Außerferns von der örtlichen Gesundheitsbehörde gebrieft worden, wie Verdachtsfälle zu erkennen wären und weitere Schritte dann aussehen müssten. „Die Einschätzung wird schwierig. Ich glaube, dass hier der Hausverstand gefragt sein wird, ab wann gehandelt werden muss.“

Auch Mund- und Nasenschutz für die vergesslichen Schüler

Die Maske wird außerhalb des Klassenverbandes jedenfalls für alle verpflichtend sein – ganz egal ob in Reutte, wo die Corona-Ampel Grün zeigt, oder in Schwaz, wo sie gelb leuchtet. Christoph Berger, Direktor im BRG/Borg Schwaz, sagt: „Wir haben in der Vorbereitung schon darauf geachtet, auch all jene Vorgaben für eine gelbe Ampelphase jederzeit einhalten zu können.“ Die Maske würde das Bewusstsein schon von Schultag eins an stärken. Während laut Direktorin Hildegard Danler (VS Johannes Messner in Schwaz) die Essensausgabe aus Sicherheitsgründen gestrichen wurde, bleibt sie im BORG Schwaz aufrecht. „Viele Schüler kommen bei uns von weit her und haben auch am Nachmittag Unterricht, da wollten wir auf eine Jausenausgabe nicht verzichten – natürlich mit entsprechenden Auflagen“, sagt Berger. An Mund- und NasenSchutz für die vergesslichen Schüler wurde gedacht.

Schulveranstaltungen von Ampel-Farbe abhängig

Auch was die Durchführung von Schulveranstaltungen heuer betrifft, wird das Schuljahr ein spezielles sein. Wie es aus der Bildungsdirektion heißt, finden Exkursionen, Landschulwochen und Wandertage so lange planmäßig statt, wie die Corona-Ampel entweder auf Grün oder Gelb steht. Schaltet die Ampel auf Orange um, werden derartige schulische Veranstaltungen nicht mehr abgehalten. Dasselbe gilt auch für die Schulskikurse diesen Winter.

Nach aktuellem Stand ist die Durchführung dieser bei entsprechender Ampelfarbe grundsätzlich vorgesehen. Wer allerdings kein gutes Gefühl hat, sein Kind heuer in die Skigebiete zu schicken, der ist laut Bildungsdirektion nicht dazu verpflichtet. In diesem Fall muss das Kind dann auch nicht ersatzweise in die Schule, sondern muss von den Eltern zu Hause betreut werden. (hm, emf, np)


Kommentieren


Schlagworte