Vorarlberger haben Bürgermeister und Gemeinderäte gewählt

Die Vorarlberger Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen 2020 sind geschlagen. Wie bei allen Urnengängen im Ländle schlossen die letzten Wahllokale um 13.00 Uhr. Gegen 16.30 Uhr stand fest, dass es in zwei Wochen zumindest in zwei Gemeinden Stichwahlen geben wird, und zwar im Arlberger Nobelskiort Lech und in Lochau bei Bregenz.

In Lochau gibt es die Entscheidung zwischen Amtsinhaber Michael Simma (ÖVP) und Frank Matt von den Grünen. Simma erzielte am Sonntag einen Stimmenanteil von 47,36 Prozent, Matt kam auf 40,38 Prozent. Die Grünen haben in Vorarlberg noch nie einen Bürgermeistersessel erobert. Der dritte Kandidat in der Bürgermeister-Direktwahl, Gerold Kaufmann (NEOS), erreichte einen Stimmenanteil von 12,26 Prozent. Simma - seit 2014 Bürgermeister - hatte sich 2015 noch im ersten Wahlgang klar gegen Matt durchgesetzt - mit 59,31 Prozent gegenüber 26,27 Prozent.

In Lech kommt es zu einer Stichwahl zwischen Amtsinhaber Ludwig Muxel und Stefan Jochum, dem Standesbeamten der Gemeinde. Bei der Direktwahl am Sonntag übertrumpfte Jochum das langjährige Gemeindeoberhaupt Muxel um mehr als zwölf Prozentpunkte. Der seit April 1993 als Bürgermeister amtierende Muxel erhielt in der Bürgermeister-Direktwahl 369 Stimmen (35,45 Prozent), für Jochum sprachen sich hingegen 496 Wähler (47,65 Prozent) aus. Der dritte Kandidat in der Bürgermeister-Direktwahl, Bruno Strolz, musste sich mit 176 Stimmen (16,91 Prozent) begnügen.

In der Gemeindevertretungswahl lag hingegen die „Liste Lech“ um Ludwig Muxel mit 443 Stimmen (42,19 Prozent) knapp zwölf Prozentpunkte vor der Liste „Unser Dorf“ um Jochum (319 Stimmen, 30,38 Prozent). Die Liste „Zusammen uf Weg“ erreichte 226 Stimmen (21,52 Prozent), die Liste „Zukunft Wagen“ kam auf 62 Stimmen (5,9 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 81,09 Prozent. In Lech ist seit längerer Zeit eine Auseinandersetzung um die Gestaltung des neuen Gemeindezentrums entbrannt

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In Lorüns im Bezirk Bludenz und in Übersaxen im Bezirk Feldkirch stellten sich jeweils zwei Listen zur Wahl. Dabei setzte sich in Lorüns die „Liste Lorüns“ mit einem Stimmenanteil von 61,68 Prozent gegen die „Liste Zemma für Lorüns“ (38,32 Prozent) durch. In Übersaxen behielt die „Dorfliste Übersaxen“ (73,10 Prozent) wie vor fünf Jahren deutlich die Oberhand über die FPÖ (26,90 Prozent).

Bis 13.00 Uhr waren zwei Bürgermeister direkt gewählt: Matthias Luger wurde in Stallehr (Bez. Bludenz) zum ersten Mal in seinem Amt bestätigt, in Lorüns folgte Andreas Battlogg („Liste Zemma für Lorüns“) Lothar Ladner nach, der nach 30 Jahren im Amt nicht mehr antrat.

Bei sonnigem und warmem Herbstwetter lag die Wahlbeteiligung in den kleinen Ortschaften zunächst meistens oberhalb der 70 Prozent-Marke. 2015 belief sich die Wahlbeteiligung bei den Vorarlberger Gemeindevertretungswahlen auf 58,56 Prozent nach 62,63 Prozent im Jahr 2010 und 64,92 Prozent im Jahr 2005.

Die Augen sind speziell auf die Stadt Bludenz gerichtet, wo ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ÖVP und SPÖ erwartet wird. Aktuell regieren in 90 der 96 Vorarlberger Ortschaften ÖVP-Politiker oder Vertreter von Namenslisten, die FPÖ hat in vier Gemeinden das Bürgermeisteramt inne, die SPÖ in zwei. Ein grünes Gemeindeoberhaupt gab es in Vorarlberg bisher nicht. In 65 der 96 Ortschaften werden die Bürgermeister direkt gewählt, 142 Kandidaten haben sich aufstellen lassen, darunter 22 Frauen.


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