Bürger entscheiden über Gemeindefusion im Wipptal

Am Sonntag wird das Volk in Matrei, Mühlbachl und Pfons zur Zusammenlegung befragt. Die Bürgermeister hoffen auf breite Zustimmung.

Die Gemeinden Matrei, Mühlbachl und Pfons sollen bis 2022 fusioniert werden.
© TVB Wipptal

Von Denise Daum

Matrei – Für die Bürgermeister ist die Sachlage klar: Eine Fusion der drei schon lange miteinander verbundenen Gemeinden Matrei, Mühlbachl und Pfons hat ausschließlich Vorteile. Ob die Bevölkerung der betroffenen Gemeinden das auch so sieht, wird sich am kommenden Sonntag bei der Volksbefragung zur Zusammenlegung zeigen.

Die Stimmung in seiner Gemeinde sei sehr positiv, sagt Matreis Bürgermeister Paul Hauser. „Die Matreier sind schon Befürworter.“ Nun gelte es, die Bürger zu motivieren, auch zur Befragung am Sonntag zu gehen. „Ideal wäre natürlich, wenn alle drei Gemeinden eindeutig für die Fusion stimmen. Dann tun wir uns im Gemeinderat auch leichter“, betont Hauser. Die drei Gemeinderäte sollen nach der Volksbefragung noch im Herbst über die Zusammenlegung abstimmen, die zu den Gemeinderatswahlen im Jahr 2022 dann vollzogen würde.

Letztentscheidung liegt in dieser Frage beim Land Tirol

Für die Bürger ändere sich nichts zum Negativen, versichert Hauser. Für die Matreier nicht einmal der Name der Gemeinde. Der soll jedenfalls Matrei lauten, mit einem der drei Zusätze „am Brenner“, „im Wipptal“ oder „Umgebung“. Die Letztentscheidung liegt in dieser Frage beim Land Tirol.

Auch wenn die Verwaltung effizienter werde, soll kein Arbeitsplatz in den drei Gemeinden eingespart werden. „Niemand verliert wegen der Fusion seinen Job“, so Hauser. Außer halt zwei Bürgermeister und zwei Vize. Einer, der nach der aktuellen Periode ohnedies nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung steht, ist der Mühlbachler Bürgermeister Alfons Rastner. „Da sollen dann die Jungen werkeln.“ Im Vorfeld der Volksbefragung ortet Rastner in seiner Gemeinde ebenfalls eine Pro-Fusions-Stimmung. „Ich weiß nur von wenigen, die skeptisch sind“, berichtet Rastner.

„Es wird spannend"

Für Alexander Woertz, Bürgermeister von Pfons, mit 1200 Einwohnern die größte Gemeinde, ist der Ausgang der Befragung nur schwer einzuschätzen. „Es wird spannend. Bei uns sind einige total dafür, andere total dagegen“, sagt Woertz. Eine Spaltung der Bevölkerung nehme er aber nicht wahr. „Wir haben es ganz gut geschafft, dass wir die Diskussion auf sachlicher Ebene diskutieren.“

Woertz betont die Wichtigkeit einer hohen Wahlbeteiligung. „Das ist für die Entscheidungsfindung im Gemeinderat ein zentraler Faktor.“ Gewählt werden kann in allen drei Gemeinden am Sonntag von 7 bis 14 Uhr. Das Ergebnis soll um 16 Uhr bekannt gegeben werden.


Kommentieren


Schlagworte