Schlagabtausch um Rodung: Das Schöfftal erreicht die Landespolitik

Die Liste Fritz wirft den Grünen und der Volkspartei wegen einer geplanten Rodung in Angerberg für einen Bahntunnelbau "Feigheit" vor.

Markus Sint 
(Landtagsabgeordneter): „ Ein an und für sich sinnvolles Verkehrsprojekt darf nicht mehr Schaden als Nutzen anrichten.“
© Thomas Boehm / TT

Von Wolfgang Otter

Angerberg, Angath – Der Widerstand der Bürgerinitiative in Angerberg gegen die Deponie für das Aushubmaterial für den Bahntunnel der Brenner-Zulaufstrecke beschäftigt nun die Landespolitik. Die BI ist zwar für den Bahnbau, aber gegen die Rodung des Waldes. Bis zu zwei Millionen Kubikmeter Material sollen am Angerberg landen. Bereits im Dezember-Landtag, so Markus Sint von der Liste Fritz, habe man dazu Anfragen an LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) und Landesrat Hannes Tratter (VP) gestellt. „Sowohl Tratter, der für die Gemeinden zuständig ist, als auch Felipe, die für Umwelt- und Naturschutz im Land zuständig ist, haben die Beantwortung komplett verweigert. Felipes fadenscheinige Ausrede: Es sei ein Projekt der ÖBB, da sei sie nicht zuständig.

Für wen fühlt sie sich zuständig, wenn nicht für die Sorgen und Anliegen der Tiroler Bürger? Die schwarz-grüne Platter-Regierung verweigert Antworten auf Fragen, die sich tausende Bürger in sieben Gemeinden des Tiroler Unterlandes stellen.“ Es sei „politisch falsch und feig, sich hinter Zuständigkeiten zu verstecken statt den Bürgern offen Rede und Antwort zu stehen“.

Es benötige einen Plan, um im Luftsanierungsgebiet den Wald und das Schöfftal zu erhalten. „Ein an und für sich sinnvolles Verkehrsprojekt darf nicht mehr Schaden als Nutzen anrichten, es gibt Alternativen zur Mega-Deponie, etwa das vernünftige Verwerten des Materials für natürliche Dämme oder Hochwasserschutzbauten“, zeigt Liste-Fritz-LA Markus Sint auf. Wobei man nicht gegen den Tunnelbau sei.

Durchführung der UVP fällt nicht in die Zuständigkeit des Landes

Große Hilfe aus dem Landhaus darf die BI nicht erwarten, wie sich auf Anfrage der TT zeigt. In den Büros von Felipe und Tratter verweist man darauf, dass die Durchführung der UVP nicht in die Zuständigkeit des Landes falle, sondern beim Umweltministerium liege. Aber die Bürgerinitiative mit Parteistellung im UVP-Verfahren könne die Anliegen direkt an die zuständige Behörde her­antragen, damit diese im Verfahren behandelt werden.

„Tirol steht zu hundert Prozent hinter dem Bau des BBT und dessen Zulaufstrecken. Die dazu notwendigen Verfahren fanden und finden unter breiter Einbindung der Öffentlichkeit und unter bestmöglicher Wahrung aller Interessen statt“, lässt LHStv. Felipe ausrichten. Und aus dem Büro von LR Tratter fügt man an, „dass grundsätzlich vonseiten der Tiroler Landesregierung bei sämtlichen infrastrukturellen Vorhaben stets ein besonderes Augenmerk auf die Wahrung der Umwelt gelegt wird“.


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