Global 2000: Bedarf an Energie in Tirol wächst, zu viele Ölheizungen

Der Bundesländerreport von Global 2000 stellt Tirol kein gutes Zeugnis aus, Energieverbrauch und Ölheizungsanteil seien zu hoch.

Jeder dritte Tiroler Haushalt heizt noch mit Öl.
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Wien – Die Bundesländer setzten sich seit 2010 teils ambitionierte Klimaziele, sie bringen Maßnahmen auf den Weg – vielfach fehle es aber an der konsequenten Umsetzung. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltschutzorganisation Global 2000 in ihrem Klimaschutzbericht, welcher heute im Rahmen der ORF-Initiative Mutter Erde veröffentlicht wird. Für Tirol gebe es noch großen Handlungsbedarf, heißt es.

Mittlerweile haben sich alle Bundesländer Klimaschutzprogramme verordnet, lobt die Umweltschutzorganisation. Trotzdem stiegen die Treibhausgasemissionen seit 2010 in fünf Bundesländern – in Tirol gibt es sogar den größten Anstieg (plus 2,6 Prozent). Kärnten konnte den Treib­hausgas-Ausstoß mit minus 4,1 Prozent am besten senken.

Höchsten Anstieg seit 2010 in Kärnten und Tirol

Österreichweit sei ein steigender Energieverbrauch zu beobachten – den höchsten Anstieg seit 2010 gebe es in Kärnten (plus 4,4 Prozent) und Tirol (plus 4,3 Prozent). In Tirol sei vor allem die Stagnation des Anteils an erneuerbaren Energien ein Problem: Als einziges Bundesland wurde 2017 hierzulande sogar mehr fossile Energie verbraucht als 2010. Ein Grund dafür ist der hohe Anteil fossiler Heizgeräte – Tirol liegt mit 44,2 Prozent nur hinter Niederösterreich und Wien. Mehr als jeder dritte Tiroler Haushalt heizt mit Öl. Gleichzeitig gehöre die thermische Sanierungsrate mit 1,1 Prozent österreichweit zu den niedrigsten.

„Es braucht jetzt klare und verbindliche Strategien für den Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle bis spätestens 2040 und neue Initiativen für thermische Sanierung sowie den Tausch von Öl- und Gasheizungen“, ist ein Resümee von Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000. Um das zu schaffen, müssen Bund, Länder und die EU zusammenarbeiten. (ritz)

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