Notstand wegen Bränden in weltgrößtem Sumpfgebiet

Die brasilianische Regierung hat wegen der schlimmen Brände im Pantanal, dem weltgrößten Feuchtgebiet, den Notstand für den Bundesstaat Mato Grosso do Sul erklärt. Dies geht aus einem Ministerialerlass hervor, der in einer Extra-Ausgabe des Amtsblatts am Montag veröffentlicht wurde.

Nach verschiedenen Medienberichten kann die Landesregierung durch den Erlass Bundesmittel unter anderem für Hilfsaktionen und Brandbekämpfung bekommen. Über die Höhe und den Zeitpunkt der Auszahlung wurde zunächst nichts bekannt.

Mitarbeiter der Umweltbehörden, Soldaten und lokale Feuerwehrleute kämpfen vor Ort bereits gegen die Flammen. Seit Jahresbeginn wurden 14.489 Brandherde registriert, im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es 4.699 Ausbrüche. Das Feuer hat in diesem Jahr bereits zehn Prozent des Pantanal zerstört. Medien in Brasilien vergleichen die Fläche mit der Größe Israels. Sie berichten fast täglich über noch Hunderte von Kilometern entfernte Rauchwolken, die Arbeit der Freiwilligen und den Versuch, seltene Tiere zu retten. So sind etwa die Jaguare im Park Encontro das Aguas gefährdet.

Der Boden im Pantanal ist so trocken, dass schon ein Funke für das Auslösen eines Brandes genügt. Das Abfackeln ist für Kleinbauern die einfachste und billigste Methode, um die Äcker zu reinigen und für eine neue Aussaat vorzubereiten. Manchmal geraten die Brände außer Kontrolle. Wie das Amazonas-Gebiet wird auch das Pantanal durch Landnahme für Rinderweiden und Soja-Anbau bedroht. Es erstreckt sich von dem Bundesstaat Mato Grosso do Sul auch auf den Mato Grosso bzw. die Nachbarländer Bolivien und Paraguay.

Das Pantanal besteht aus einem verzweigten System von Flüssen und Seen und ist ein einzigartiges Natur- und Touristenparadies: In ihm leben außer Jaguaren etwa auch Pumas und Capybaras, die größten Nagetiere der Welt. Auch Hunderte Vogelarten - darunter der gefährdete Hyazinth-Ara - und riesige Fischpopulationen sind in dem Gebiet beheimatet.


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