Außerferner fordern Hilfe von Platter für Flüchtlinge aus Moria

Initiative fordert Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria. Judith Paminger erzählt am Freitag von den Lebensbedingungen dort.

Tausende sind seit dem Brand in Moria obdachlos. Für die Außerferner Flüchtlingsinitiative ist es jetzt an der Zeit zu helfen.
© AFP

Von Simone Tschol

Breitenwang – Durch den Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos hat sich die Situation für die Menschen dort weiter verschärft. Die Außerferner Initiative „Hoffnung für Flüchtlinge“ fühlt sich darin bestärkt, ihrer Forderung, Flüchtlinge, besonders alleinstehende Mütter mit Kindern, in Österreich aufzunehmen, Nachdruck zu verleihen.

„Die ohnehin schon katastrophalen Zustände sind dadurch noch unmenschlicher geworden. Entgegen mehreren EU-Staaten ist die österreichische Bundesregierung nicht bereit, Flüchtlinge, insbesondere minderjährige Kinder und Jugendliche, in Österreich aufzunehmen. Und es ist an Zynismus fast nicht mehr zu überbieten, wenn Bundeskanzler Kurz meint, er könne das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren“, findet Alois Oberer, Bürgermeister in Reutte und Gründungsmitglied der Außerferner Initiative, klare Worte. Es sei schön, wenn Österreich den Griechen nun 50 Millionen Euro für die Flüchtlingspolitik zur Verfügung stelle. Oberer: „Die EU hat in den letzten Jahren drei Milliarden Euro an Unterstützung zur Verfügung gestellt und trotz alledem haben die Flüchtlinge in den maßlos überfüllten Lagern mit den unwürdigen Lebensbedingungen zurechtkommen müssen.“

Die Mitglieder der Außerferner Initiative, an deren Gründung neben Oberer auch BM Paul Mascher (Biberwier) und Heinz Kurz (Reutte) sowie die grüne Bezirkssprecherin Regina Karlen (Breitenwang) beteiligt waren, wollen nicht mehr länger zusehen. In einem Brief haben sie sich nun auch an LH Günther Platter gewandt. Sie fordern Platter darin auf, „bei der Bundesregierung massiv zu intervenieren und in seiner Partei den menschenverachtenden Anteil zu überzeugen“. Mascher: „Innerhalb von zwei Wochen könnten sicherlich 200 Menschen in Tirol Aufnahme finden. Hoffentlich versickert unser Engagement nicht in einem politischen Morast.“

Am Freitag, 18. September, um 19 Uhr lädt die Initiative im Pfarrstadel in Breitenwang zu einen Vortrag über die Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos ein. Judith Paminger aus Wien hat vor Ort mitgeholfen und kennt die Lebensbedingungen und auch die Notwendigkeiten. Sie wird von ihren persönlichen Erfahrungen berichten.

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„Wir wollen bei dieser Veranstaltung auch ein konkretes Hilfsprojekt verabschieden“, sagt Oberer und fügt hinzu: „Mittlerweile haben sich mehr als 300 Personen durch ihre Unterschrift zu unserer Initiative bekundet. Es macht uns zuversichtlich, dass sich von Tag zu Tag auch viele andere Organisationen für mehr Menschlichkeit in der Flüchtlingsfrage einsetzen.“


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