Schwaz und Jenbach wollen fair einkaufen

BM Dietmar Wallner, BM Hans Lintner, GV Viktoria Gruber und Andrä Stigger (v. l.) engagieren sich für mehr Nachhaltigkeit in der Gemeinde.
© Eva-Maria Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Für die Gemeinden Schwaz und Jenbach ist es ein kleiner Schritt, der aber Großes bewirken kann. Sie beteiligen sich als Region Schwaz-Achental am Projekt „so:fair“ des Klimabündnisses Tirol.

„Rund 60 Milliarden Euro werden in Österreich jährlich in der öffentlichen Beschaffung investiert. In Tirol sind es rund 300 Mio. Euro“, sagt Klimabündnis-GF Andr­ä Stigger. Das sei Grund genug, sich zu überlegen, wohin das viele Geld fließt. „Mit so einer Summe kann man viel fair-ändern“, meint Stigger. Daher durchleuchten die Gemeinden Schwaz und Jenbach als erste Region Tirols ihre Beschaffung nach Kriterien der sozialen Nachhaltigkeit – das reicht von der Kleidung für die Mitarbeiter im Altenheim über den Kaffee im Rathaus bis hin zu den Produkten im Kindergarten.

„Jeder Einkauf ist immer auch eine politische Entscheidung: für oder gegen Regionalität, für oder gegen faire Arbeitsbedingungen“, sagt der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner. Auch sein Kollege aus Jenbach BM Dietmar Wallner sieht eine große Chance für die Region. „In beiden Gemeinden gibt es schon Initiativen. Wir haben speziell im Bereich Lebensmittel im Altenheim viel getan. Nun können wir es mit so:fair weiter ausbauen und für soziale Standards eintreten“, sagt Wallner. Ein Projekt wie dieses kann laut ihm vom Kleinen bis zum Landes- oder Staatsziel erwachsen.

Durchleuchtet werden vor allem die vier Bereiche Lebensmittel, Textilien, Elektronik und Baustoffe. Von Fortbildungen, wie vor allem die Beschaffung im Bereich IT möglich ist, bis hin zu gemeinsamen Besprechungen, Austausch und Ideenfindung werden die Gemeinden mit dem Klimabündnis eng zusammenarbeiten. „Wenn man so etwas als einzelne Gemeinde macht, sterben solche Projekte oftmals oder laufen aus. So kann man sich gegenseitig befruchten und man fühlt sich innerhalb einer Region verpflichtet, das Projekt voranzutreiben“, sagt Wallner.

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Initiatorin GV Viktoria Gruber (Schwaz) hofft auf Synergien in der Beschaffung und eine gegenseitige Unterstützung. Für sie ist vor allem bei Bekleidung oder auch in Sachen Geschirr im Kinder­garten viel Luft nach oben.


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