Alle jagen die Bayern: “Wir wollen die nächste Meisterschaft“

Mit starken 33 ÖFB-Legionären (drei Tiroler) und zwei österreichischen Trainern startet die deutsche Bundesliga am Freitag in die neue Saison. Der Weg zum Titel führt klarerweise über Triple-Sieger Bayern.

Bei Bielefeld auf der Lauer – Liga­neuling Christian Gebauer.
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Innsbruck – Dass der FC Bayern beim Eröffnungsspiel der neuen Saison gegen Schalke (Freitag/20.30 Uhr) tatsächlich 20 Prozent der Stadion-Kapazität – das wären in der Allianz-Arena 14.- bis 15.000 Fans – begrüßen darf, stand am Mittwoch noch etwas in den Sternen, weil die Vereinbarungen der Länder (siehe Kommentar) erst rechtlich verankert werden müssen. Zudem leidet München an dem Problem, dass der Indizienwert für sieben Tage pro 100.000 Einwohner mit 40,09 derzeit die kritische Grenze sprengt. Denn laut Länderbeschluss soll „in der Regel“ keine Zulassung von Zuschauern erfolgen, wenn diese so genannte 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner „am Austragungsort größer gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist“. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder deutete am Mittwoch an, vielleicht finde man ein Modell, dass man dann eben weniger Zuschauer als die vereinbarten 20 Prozent zulasse. Die Kugel rollt in jedem Fall wieder, ein paar sportliche Zahlen.

Bei Schalke gefordert – Mittelfeldstratege Alessandro Schöpf.
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⚽️ 8 -mal in Serie hieß der Meister Bayern München, zuletzt konnte Borussia Dortmund (2012) die unglaubliche Dominanz des Rekordmeisters brechen, der als Triple-Sieger 2020 wieder als großer Favorit startet. Wer den Bayern-Dress überstreift, muss quasi das Meister-Gen in sich tragen. Wie Österreichs mit Rekordabstand erfolgreichster (Deutschland-)Legionär David Alaba die Vertragsstreitigkeiten und medialen Nebengeräusche wegsteckt, wird sich weisen. Der Hunger auf mehr, so Leon Goretzka, sei in jedem Fall weiter spürbar: „Ich habe nicht das Gefühl, dass wir satt sind.“ Und Coach Hansi Flick, der sich gerne ja noch die ein oder andere Verstärkung wünscht, ergänzt: „Bei Bayern München willst du immer Meister werden.“ Nachsatz: „Es wird diese Saison verdammt schwer.“ Dortmund startet wohl einmal mehr als erster Herausforderer, gefolgt von Teams wie Leipzig oder auch Gladbach.

⚽️ 33 österreichische Kicker sorgen dafür, dass Rot-Weiß-Rot wieder die größte Anzahl an Legionären aus einem Land stellt. Teamchef Franco Foda findet auf deutschem Boden jede Menge Auswahl, wen er für die kommende EM-Endrunde 2021 nominieren kann. Die Österreicher, bei denen hinter Kapitän Julian Baumgartlinger (Leverkusen) zuletzt Hoffenheim-Kreativperle Christoph Baumgartner eine Empfehlung abgab, matchen sich gewissermaßen auch gegenseitig.

⚽️ 3 Tiroler spielen im deutschen Oberhaus vor. Für Schalkes Ötztaler Langzeitkraft Alessandro Schöpf geht es nach Verletzungen und Erkrankungen laut Spielerberater Mario Weger vor allem darum, „dass er gesund ist“. Nach Highlights in jüngeren Jahren, wie beispielsweise dem EM-Treffer 2016 gegen Island, muss der 26-jährige Mittelfeldstratege wieder die ein oder andere Duftmarke setzen. Das wird bei den sportlich wie wirtschaftlich gebeutelten Königsblauen vermutlich nicht leicht.

Bei Bremen im Fokus – Abwehr­recke Marco Friedl.
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Als Stammkraft im Abstiegskampf scheint U21-Teamkapitän Marco Friedl ein Platz in der Bremen-Abwehr (durchaus) sicher. Der 22-jährige Kirchbichler kann hinten innen wie außen seinen Mann stehen.

Für Christian Gebauer (26), der via Navis. Matrei, Reichen­au, Wattens und Altach bei Aufsteiger Arminia Bielefeld landete, geht es darum, Fuß zu fassen: „Es ist ein Traum, an dem ich immer gearbeitet habe. Das ist die deutsche Bundesliga, dass das nicht so einfach ist, ist klar.“ (lex, dpa)

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