Werner Scholz in Innsbrucker Galerie Maier: Hommage an einen Exilanten

Die Innsbrucker Galerie Maier zeigt Malerei und Grafik des Wahl-Alpbachers Werner Scholz.

Menschen waren das zentrale Thema von Werner Scholz.
© Editz Schlocker

Innsbruck – Es ist schön, wieder einmal etwas von Werner Scholz zu sehen. Dem 1898 geborenen Berliner, der der Nazis wegen 1939 zum Wahl-Alpbacher geworden ist, wo er bis zu seinem Tod 43 Jahre später auch gelebt hat. Die Innsbrucker Galerie Maier zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung einen kleinen Querschnitt durch sein malerisches und grafisches Werk, das fest im deutschen Expressionismus wurzelt. Da die von kraftvollem Gestus dominierten gesellschaftskritischen frühen Arbeiten des als „Entarteter“ mit Ausstellungsverbot belegten Künstlers leider verloren gegangen sind, stammt das früheste in der Schau zu sehende Pastell eines „Gekreuzigten“ aus dem Jahr 1949.

Neben der Landschaft und biblischen Geschichten war der Mensch lebenslang das zentrale Thema von Werner Scholz. Heilige genauso wie junge Maiden, die er gern posieren ließ, wobei seine Handschrift mit den Jahren immer „braver“ bzw. abbildhaft erzählerischer wurde. Im Gegensatz zu seinen in expressiver Wucht das Reale abstrahierenden Landschaften und Menschenbildern aus den 50er- und 60er-Jahren. (schlo)

Galerie Maier. M.-Theresien-Straße 38, Innsbruck; bis 10. Oktober, Di–Fr 10–12, 15–18 Uhr, Sa 10–13 Uhr


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