OMV-Seele weist politischen Einfluss im Ausschuss zurück

Der Chef des teilstaatlichen Ölkonzerns OMV, Rainer Seele, ist am Mittwoch im Ibiza-Untersuchungsausschuss befragt worden. In seinem Eröffnungsstatement wies er politische Einflussnahme zurück und verteidigte die Übernahme des Chemiekonzerns Borealis. Neben Seele war noch OMV-Aufsichtsratschef Wolfgang Berndt im Ausschuss geladen.

Diese hatte die OMV im März auf den Weg gebracht. Um 4,1 Mrd. Euro kaufte der teilstaatliche Ölkonzern von Mitgesellschafter Mubadala (Abu Dhabi) Anteile am gemeinsamen Chemiekonzern Borealis und stockte seinen Anteil damit auf 75 Prozent auf. Seele betonte, dass die Entscheidung „unabhängig und ausschließlich im Vorstand getroffen“ worden sei. Damals sei es um die „strategische Neuausrichtung der OMV“ gegangen, denn der Vorstand habe „sehr deutlich die Veränderung im Markt gesehen“. Mit der Übernahme habe man die Grundlage für die Ausrichtung des teilsaatlichen Ölkonzerns hin zu einem nachhaltigen, nichtfossilen Unternehmen geschaffen. „Wir werden das Öl weniger verbrennen, dafür mehr veredeln“, so Seele. Der Aufsichtsrat sei erst am Ende des Entscheidungsprozesses eingebunden worden.

Zuvor hatte der OMV-Chef Überblick über das Unternehmen gegeben, indem er die Kerndaten der OMV wie Tätigkeitsfelder und wirtschaftliche Daten des teilstaatlichen Mineralölkonzerns umriss. Zudem schilderte er taxativ die Managementbesetzungen der vergangenen Jahre und die Erneuerung des Aufsichtsrates der OMV im Jahr 2019. Dabei betonte Seele, dass die Wahl der Kandidaten nicht nur mit Zustimmung der Kernaktionäre sondern auch jener des Streubesitzes erfolgte. An der OMV hält die ÖBAG 31,5 Prozent. Die Mubadala Investment Company besitzt über ihre Tochter Mubadala Petroleum and Petrochemicals Holding Company 24,9 Prozent. 43 Prozent der Anteile stehen im Streubesitz.

Seele schickte zu Beginn voraus, dass er zu Themen, die Geschäftsgeheimnisse betreffen, „keine Auskunft geben könne“. Die Frage des Verfahrensrichters Wolfgang Pöschl, ob er, seit dem er Vorstandsvorsitzender ist, Kontakt zu Regierungsmitgliedern hatte, bejahte Seele: „Natürlich habe ich Kontakt gehabt.“ Etwa bei Wirtschaftsdelegationsreisen unter anderem mit dem Bundeskanzler oder dem Bundespräsidenten. Mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) war Seele im März 2019 zu einem zweitägigen Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Kuwait. Mit von der Partie waren damals etwa Signa-Gründer Rene Benko oder Borealis-Chef Alfred Stern.

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Zudem hätten diverse Regierungsmitglieder immer wieder Interesse über die OMV und zur Markteinschätzung gehabt, das er befriedigt habe. Auch zu Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus hab er Kontakt gehabt. Dieser sei kein beruflicher gewesen, sondern über die Österreichisch-Russische Freundschaftsgesellschaft zustande gekommen („Habe ihn gelegentlich zum Abendessen getroffen“). Politische Einflussnahme etwa bei Postenbesetzungen habe er niemals wahrgenommen, so Seele.

Die Umwandlung der Öbib in die Öbag lobte er ausdrücklich („Begrüßen wir außerordentlich“). Dadurch habe sich „sehr vieles für die OMV vereinfacht“. Denn die Öbib war isoliert und nicht im Aufsichtsrat vertreten. Daher sei es für die OMV schwierig gewesen, einen Dialog zu führen. Die Öbag hingegen sei nun direkt im Aufsichtsrat vertreten, „demgemäß folgt die Kommunikation direkt“. „Die Position der Öbag wird nun sehr deutlich formuliert, das war früher nicht der Fall“, erklärte der OMV-Chef.


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